In der Flut an Regulierungsvorschlägen geht der Überblick verloren

19. August 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers_mess„In puncto Regulierung und Bilanzierung ist es selbst für Insider derzeit enorm schwer, den Überblick über die Vielfalt der nationalen und internationalen Initiativen zu bewahren“, stellt die „Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen“ (ZfgK) fest.
Das gelte für Äußerungen auf Brüsseler-, Baseler- oder nationaler Ebene. Ebenso seien jedoch auch Verlautbarungen der G8, der G20, des IWF, der BIZ, der Standardsetter u.a. einzubeziehen. So sei nicht nur das Themenspektrum schwer überblickbar, sondern auch die jeweilige Relevanz. Die Frage, die sich dabei stellt: „Bewegen sich die immer wieder neuen Vorschläge schon nahe an verbindlichen Regelungen oder gehören sie nur zu einem breiten und ergebnisoffenen Diskussionsprozess für anstehende Entscheidungen?“ Selbst diese Einordnung falle inzwischen zunehmend schwer. Auch der Risk-Dienstleister FRSGlobal erkennt diese Problematik und weist in dem Zusammenhang auf einen aktuell erstellten Report hin, der die regulatorischen Reaktionen der Staaten auf die Finanzkrise vergleicht. Selwyn Blair-Ford von FRSGlobal erklärt die Motivation: „Die Regulierungsverantwortlichen in den Unternehmen haben es derzeit nicht leicht. Die verschiedenen politischen Organe kommen mit einer Flut von Vorschlägen, aber jeder mit einer anderen Sprache und Tradition, ähnliche Konzepte zu beschreiben.“ Man habe den Report erstellt, um einen ganzheitlichen Blick auf die Regulierungsvorschläge zu bieten und so der Finanzindustrie zu helfen, fundierte Entscheidungen über künftige Anforderungen zu treffen.

Doch auch bei Stellungnahmen diverser Interessenvertretungen sei nicht immer ersichtlich, inwieweit es sich um Argumente in laufenden Konsultationsprozessen, Kommentaren zur aktuellen Beschlusslage oder präventive Positionierungen für kommende Themenbereiche handelt, merkt die „ZfgK“ an. Folgend beschreibt man diese Schwierigkeiten am Beispiel der Verlautbarungen seitens des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Dessen Positionierung beim Thema Eigenkapitalregeln offenbart demzufolge auch eine gewisse Inkonsequenz: „Da beeilt sich der BdB zunächst das Regelwerk als alternativlos herauszustellen und den USA einmal mehr die verzögerte Anwendung vorzuwerfen, um dann doch eine kurzfristige und zeitlich begrenzte Aussetzung der Maßnahmen ins Spiel zu bringen.“ Hier gebe es keine stringente Linie. „Dass Basel II als risikosensitives Regelwerk konzipiert ist, mag aller Ehren wert sein. Insofern ist das grundsätzliche Bekenntnis des Verbandes zu diesem Instrumentarium auch konsistent zu seinen Vorbehalten gegenüber einer Leverage Ratio, die eben nicht risikosensitiv wäre, sondern alle gleichbehandelt“, merkt das Blatt an. Solange jedoch die Anwendung von Basel II prozyklische Wirkungen entfalte, müsse es erlaubt sein, das Regelwerk – „bei allem theoretischen Charme“ – auch grundsätzlich infrage stellen (weitere Quelle: Marketwire).

Nähere Informationen zum FRSGlobal-Report sind unter folgendem Link abrufbar: http://www.frsglobal.com/news_events/releases/pr_FRSGlobal_compares_global_reg_responses_to_the_fin_crisis_in_new_report_170809.html

 


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