Studie sieht negative Effekte der “Fair Value”-Bilanzierung überbewertet

21. August 2009 | Von | Kategorie: Top News

artikelDie im Zuge der Finanzmarktkrise in die Kritik geratene “Fair Value”-Bilanzierung ist – zumindest im US-Bankensektor – recht praktikabel, so das Ergebnis einer aktuellen Studie, auf die die Börsen-Zeitung hinweist.
Christian Leuz von der University of Chicago Booth School of Business und Christian Laux von der Goethe Universität Frankfurt stellen darin fest, dass die kritisierten Aspekte in der Praxis weniger drastische Auswirkungen hätten, als allgemein angenommen. „Meist wird angeführt, dass sie zu Boomzeiten die Bankbilanzen künstlich aufblähe und die Banken damit in die Lage versetze, mehr Fremdkapital aufzunehmen. Dies verleite die Institute dazu, höhere Risiken einzugehen. In Rezessionsphasen hingegen würden Banken durch Wertberichtigungen schnell in die Verlustzone rutschen“, fasst das Blatt die Kritik zusammen. Die Experten merken dazu an, das nur ein Teil der Vermögenswerte der Banken streng nach dem Marktwert bilanziert werden müsse.

Der Vorteil der Zeitwertbilanzierung liegt für Leuz und Laux darin, dass sie gegenwärtige Marktbedingungen realistisch wiedergebe und damit für höhere Transparenz und ein frühzeitiges Erkennen möglicher Probleme sorge. „Die einzig gängige Alternative, die Bilanzierung nach Anschaffungskosten, biete diese Vorteile nicht. Auch bei deren Anwendung seien prozyklische Effekte nicht zu verhindern, da Investoren Marktpreise dann schätzen würden“, gibt die Börsen-Zeitung die Studien-Ergebnisse wieder. Die teilweise Anwendung dieser Bilanzierungsmethode könne sogar ein Anreiz für die übermäßige Verbriefung von Krediten gewesen sein, merken die Experten. Derzeit gebe es keine schlüssigen Beweise dafür, dass es die Zeitwertbilanzierung war, die die US-Banken zu den massiven Abschreibungen im Zuge der Finanzkrise gezwungen habe.

Die entsprechende, englischsprachige Analyse wurde vor kurzem vom “Center for Financial Studies” an der Goethe Universität Frankfurt veröffentlicht und ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.ifk-cfs.de/index.php?id=1583

 


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