Unterschiedliche Auffassungen zur Reform der Bilanzierungsregeln

30. August 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers13Der Baseler Ausschuss spricht sich für eine grundlegende Reform des im IFRS verankerten Rechnungslegungsstandards für Finanzinstrumente (IAS 39) aus.
In einer am Donnerstag veröffentlichten Leitlinie unterstreicht das Gremium nach Analyse der Börsen-Zeitung die Bedeutung, Lehren aus der Krise zu ziehen. So müssten über den reformierten Standard unter anderem Verluste aus dem Kreditgeschäft frühzeitig transparent machen, so dass es den Banken ermöglicht wird, stabile Rückstellungen zu bilden. Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass die „Fair Value“-Bilanzierung nicht wirksam sei, wenn Märkte im Chaos oder illiquide sind. Die FAZ sieht in der Vorlage eine Einmischung in die vom Standardsetzer IASB verantwortete Reform der Bilanzierungsregeln.

Die jüngst vom IASB vorgelegten Teilvorschläge geben bislang noch keinen Aufschluss darüber, ob die „Fair Value“-Bilanzierung nicht sogar noch ausgeweitet wird. Der Baseler Ausschuss spricht sich in seiner Vorlage klar gegen solche Überlegungen aus. Die FAZ erkennt die größten Diskrepanzen zwischen dem Baseler Gremium und dem IASB am Punkt der so genannten Umwidmungsmöglichkeiten. „Das IASB erlaubt den Banken, darüber zu entscheiden, ob sie ihre Finanzwerte zu Fair Value oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzieren. Eine spätere Umwidmung ist nicht mehr möglich“, erklärt das Blatt. Basel sieht hier die Notwendigkeit, unter besonderen Umständen diese Umklassifizierung möglich zu machen. Die Börsen-Zeitung merkt an, dass der Ausschuss mit den Leitlinien auf eine Forderung der G20-Staaten reagiert. „Diese hatten auf ihrem Gipfel Anfang April in London die beteiligten Institutionen aufgefordert, die Rechnungslegungsstandards zu verbessern.“

Neben den differierenden Zeitfenstern bei der Reform der Bilanzierungsregeln zwischen Europa und den USA, die Burkhard Eckes, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), jüngst als Gefahr auf dem Weg zu einer notwendigen, international einheitlichen Bilanzierung beschrieben hatte (vgl. RMRG vom 14.8.), tut sich nun zwischen Basel und dem IASB ein mögliches weiteres Konfliktfeld auf.

Die Vorschläge des Baseler Ausschusses sind unter folgendem Link einsehbar: http://www.bis.org/publ/bcbs161.htm

 


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