EZB-Ratsmitglied sieht Leverage Ratio skeptisch

3. September 2009 | Von | Kategorie: Regulierung

Im Rahmen einer Rede in Buenos Aires hat sich Christian Noyer, EZB-Ratsmitglied und französischer Notenbankgouverneur, skeptisch zum Regulierungsinstrument einer Leverage Ratio geäußert. Ohne einheitliche Bilanzierungsregeln auf internationaler Ebene sei eine feste Verschuldungsgrenze in Ergänzung zu Basel II – wie sie derzeit vom Baseler Ausschuss diskutiert wird – wenig effektiv. Dennoch erkannte Noyer die Notwendigkeit, die prozyklischen Tendenzen der Eigenkapitalregeln zu adressieren. Gerade diese Wirkung des risikosensitiven Eigenkapitalakkords hatte die Diskussion um eine ergänzende Leverage Ratio angeschoben. Noyer forderte die Banken mit Blick auf deren jüngste, positive Ergebnisentwicklung auf, sich um den Aufbau von Kapitalpuffern zu bemühen. „Ich möchte betonen, dass Gewinne in erster Linie zur Stärkung der Eigenkapitalquote genutzt werden sollten“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Noyer.

Der französische Notenbankgouverneur unterstrich zudem die Bedeutung einer zügigen und vollständigen Implementierung von Basel II auf internationaler Ebene. „Es hätte sicherlich geholfen“, wenn Basel II wie geplant noch vor der Finanzkrise 2008 implementiert worden wäre, fasst Reuters die Aussagen zusammen. Insbesondere die USA drängte Noyer dazu, Basel II rasch einzuführen. Zur angestrebten Reform der Bilanzierungsregeln, merkte Noyer an, dass die verantwortlichen Standardsetter den Faktor Finanzstabilität stärker in ihrer Überlegungen einbeziehen sollten.

 


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