Baseler Ausschuss legt sich auf ergänzende Leverage Ratio fest

7. September 2009 | Von | Kategorie: Top News

handWenige Stunden nach den ersten Beschlüssen der G20-Finanzminister in London zur Neuordnung der Finanzmarktregulierung haben die als Aufsichtgremium des Baseler Ausschuss agierenden Notenbankgouverneure strengere Regeln für die Aufsicht von Finanzinstituten vorgeschlagen.
So sollen Banken mehr Geld als Puffer für Krisenzeiten zurücklegen und Obergrenzen für eine Schuldenaufnahme erhalten. Die Vorgaben sollten helfen wirtschaftliche und finanzielle Belastungen zu verhindern oder zumindest abzumildern, teilte das Gremium einem Reuters-Bericht zufolge gestern Abend mit. Die Regeln sollen bis zum Jahresende final ausgearbeitet werden. „Die heutige Einigung unter den 27 führenden Ländern der Welt ist deshalb entscheidend, weil sie neue Standards für die Bankenregulierung und Aufsicht auf einer globalen Ebene setzt“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet als Vorsitzender des Aufsichtsgremiums. „Spiegel Online“ resummiert daher heute Morgen: „Notenbanken bilden Anti-Krisen-Allianz.“

Die Vorschläge des Baseler Ausschusses sehen neben höheren Kapitalanforderungen auch Mindestanforderungen für die Liquidität bei Finanzierungsgeschäften vor. Zudem werden Rahmenbedingungen festgelegt, um die Anfälligkeit von Banken in ökonomischen Stressphasen zu verringern. Weiter werden zusätzliche Kapitalanforderungen für systemrelevante Banken erwogen, um die Risiken für den internationalen Finanzmarkt einzudämmen. Der Vorsitzende des Baseler Gremiums, Nout Wellink, unterstrich die Bedeutung der Unterstützung von Basel II durch einen „makroprudentiellen Overlay“. Mit den aktuellen Verlautbarungen gilt nun auch die Ergänzung des Eigenkapitalakkords um eine Leverage Ratio als sicher. Die Einführung einer festen Verschuldungsquote als „Sicherheitsnetz“ für Basel II soll dabei an die international unterschiedliche Bilanzierung angepasst werden.

Die aktuelle Mitteilung des Baseler Ausschusses ist unter folgendem Link einsehbar: http://www.bis.org/press/p090907.htm

 


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  1. [...] Die vom Vorsitzenden des Lenkungsgremiums des Baseler Ausschusses, EZB-Chef Jean-Claude Trichet, angekündigten Details zur Reform der Eigenkapitalregeln für Banken stoßen in der heutigen Presseberichterstattung auf ein breites Echo. Insbesondere die nun feststehende Ergänzung von Basel II um eine Leverage Ratio und die entsprechenden Auswirkungen auf den deutschen Bankensektor stehen dabei im Mittelpunkt. „Baseler Ausschuss verständigt sich auf schärfere Kapitalstandards“, überschreibt die Börsen-Zeitung ihren Beitrag – die FAZ merkt an: „Notenbanken wollen Bankenregeln verschärfen.“ Das Handelsblatt diagnostiziert starken Widerstand der deutschen Banken und titelt: „Kreditwirtschaft protestiert.“ „Mehr Puffer für die Banken“, sieht derweil die Frankfurter Rundschau am Horizont. Die Reformen beim Eigenkapitalregelwerk sollen nach Aussage des Vorsitzenden des Baseler Ausschusses, Nout Wellink, zu einer besseren Kapitalausstattung der Banken und zu höheren Liquiditätsanforderungen führen (vgl. RMRG vom 7.9.). [...]