DZ Bank-Chef zu Regulierungsplänen: Es kann „einem Angst und Bange werden“

11. September 2009 | Von | Kategorie: Top News

testsIm Rahmen der Handelsblatt-Konferenz „Banken im Umbruch“ hat DZ Bank-Vorstandschef Wolfgang Kirsch vor Wettbewerbsnachteilen für den deutschen Bankensektor gewarnt.
Mit Blick auf die vom Baseler Ausschuss angekündigte, ergänzenden Leverage Ratio rief er dazu auf, die Besonderheiten des deutschen Bankensystems wie die in anderen Ländern eher unübliche Nutzung von Nachrangkapital angemessen zu berücksichtigen. Bei Änderungen der Eigenkapitalregeln sollten die Proberechnungen mit den Banken ausreichend diskutiert werden. Die jetzt forcierte Regulierungsagenda für den Bankensektor bewertete Kirsch durchaus kritisch – es könne „einem Angst und Bange werden“, zitiert die Börsen-Zeitung. Insbesondere beim Thema Rechnungslegung forderte der DZ Bank-Chef eine klare Nachvollziehbarkeit für die Finanzinstitute.

Konkret sieht er die Gefahr, dass sich die unstrukturierte Rechnungslegung zu einem „operationellen Risiko“ für die Kreditinstitute entwickeln könnte. „Kirsch fordert ein nachvollziehbares integriertes Regelwerk für die Steuerung einer Bank, das für interne wie für externe Zwecke nutzbar sein müsse“, fasst die Börsen-Zeitung zusammen. Aufgrund der ständigen Änderungen bei den unterliegenden Regelwerken könne diese Steuerung „irgendwann nicht mehr beherrschbar sein“. Derzeit stelle sich die Situation so dar, dass für den gleichen Sachverhalt je nach Zweck – etwa Rechnungslegung oder Meldungen an die Bankenaufsicht – völlig unterschiedliche Anforderungen gelten.

Bereits in der Vergangenheit hatte Kirsch vor den negativen Folgen von überhasteten Regulierungsschritten gewarnt. So merkte er im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ an: „[...] in einer Krise operieren wir am offenen Herzen. Und ich kann nur zur Vorsicht raten, den Patienten nicht durch rasch einsetzende Verschärfungen weiter zu destabilisieren. Wir sollten die Fragen der künftigen Regulierung in Ruhe angehen, auf internationaler Ebene.“ (vgl. RMRG vom 4.5.)

 


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