Ein Jahr nach dem Lehman-Crash: Regulierungspläne im Fokus

14. September 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers7Unter dem Titel „Ein Jahr danach“ blickt die Börsen-Zeitung auf die Lehman-Pleite und die Finanzmarktkrise zurück.
Als eine entscheidende Ursache der Krise wird „die arroganzstrotzende Gesinnung weiter Teile der Finanzwirtschaft, Banken einer gewissen Größenordnung seien ‚too big to fail’“ beschrieben. Dabei bewertet das Branchenblatt die bei einigen Bankern zu diagnostizierende Uneinsichtigkeit durchaus kritisch. Deren Kritik an der verweigerten staatlichen Rettung von Lehman Brothers sei nicht angebracht: „Diese Leute wären wohl lieber in ihrer Scheinwelt geblieben und hätten unverdrossen weitergezockt.“ Die Lösung des Dilemmas der Märkte könne nur in einer besseren Prävention liegen – hier seien Politik und Aufseher prinzipiell auf dem richtigen Weg, wenn eine Verschärfung der Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen anvisiert wird.

„Banken brauchen künftig höhere Risikopuffer“, so das Fazit der FAZ im Rückblick auf das vergangene Krisen-Jahr im Finanzsektor. Die Eskalation nach dem Lehman-Zusammenbruch habe einen Eigenkapitalmangel der Banken belegt. Auch sei die Kapital-Qualität fragwürdig, denn viele Banken hätten ihre Eigenkapitalquoten mit hybriden Mischformen wie Nachranganleihen oder stillen Einlagen erhöht. Der Baseler Ausschuss setze dem mit seinen neuen Regeln ein Ende. Es zeichne sich nun ab, dass die langfristigen Wachstumsmöglichkeiten im Bankensektor beschränkt werden: „Denn die künftig höhere Kapitalunterlegung von Risiken, insbesondere von Krediten, verringert die Kreditvergabemöglichkeiten der Banken.“

Auch die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht über ihren englischsprachigen Dienst einen Rückblick auf die Ereignisse nach der Insolvenz von Lehman Brothers. Dabei wird die Pleite mit dem tödlichen Crash von des Formel 1-Piloten Ayrton Senna verglichen – sie wirkte als heilsamer Schock und hat eine schärfere Verregelung der Märkte und Akteure als Konsequenz. Besonders herausgehoben wird dabei der jüngst von US-Finanzminister Timothy Geithner in die Regulierungsdiskussion eingebrachte Vorschlag, das Eigenkapitalregelwerk Basel II durch grundlegend neugestaltete Regularien zu ersetzen. Unter dem Druck der EU habe die US-Administration zwar jetzt eine Implementierung des reformierten Eigenkapitalakkords Basel II wieder auf die Agenda gesetzt – Reuters beschreibt es jedoch als problematisch, dass die schärferen Basel II-Regeln erst in drei Jahren voll implementiert werden und genaue Details weiter unklar seien.

 


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