Finanzexperte schlägt Risikoprämien-System für Banken vor

15. September 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers13Der Bankenexperte Bernd Rolfes plädiert im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für die Einführung von Risikoprämien für systemrelevante Banken.
„Die Prämien, die da zusammenkämen, sollten aber nicht in die Staatskasse wandern, sondern in einen eigenen Risikofonds für systemrelevante Banken“, erklärt der Inhaber des Lehrstuhls für Banken und betriebliche Finanzwirtschaft an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg. Dieser Ansatz habe auch bei der Risikovorbeugung Vorteile gegenüber einer Verschärfung der Eigenkapitalregeln. Das Eingehen zusätzlicher Risiken erfordere dann sofort höhere Kosten, „so dass eine Bank sich immer fragen muss, ob sich die noch lohnen“. Zudem würden sich die Banken gegenseitig besser kontrollieren, „weil zunehmende Gesamtmarktrisiken über die Korrelationen auch die eigenen Risikoprämien nach oben treiben können und sie über den Risikofonds für eine Rettung beziehungsweise geordnete Abwicklung einer anderen systemrelevanten Bank mit bezahlen müssen“.

Die FAZ hakt an diesem Punkt nach und fragt Rolfes: „Schaffen strengere Eigenkapitalregeln kein Vertrauen?“ Dieser mutmaßt, dass auch eine dreifach höhere Eigenkapitalvorhaltung die Krise und die „Dominowirkung von Insolvenzen“ nicht hätte verhindern können. Wirklich sicherheitsrelevante Größenordnungen seien nicht realistisch. „Die Geschäftsmodelle der Banken würden dann – und zwar über alle Bereiche – nicht mehr funktionieren, und die vielfach befürchtete oder schon gesichtete Kreditklemme wäre wohl spätestens dann Realität.“ Rolfes sieht gar die Gefahr von kontraproduktiven Auswirkungen verschärfter Eigenkapitalanforderungen: „Denn die erwarteten Eigenkapitalrenditen erfordern dann auch höhere Gewinne, und die Banken werden dann noch eher stärker zu Geschäften mit höheren, aber als risikoarm dargestellten Risiken animiert.“

 


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