Verbände warnen vor Kreditklemme / Ansatzpunkt Basel II

18. September 2009 | Von | Kategorie: Basel III

papers_faecherWirtschaftsverbände fordern auf europäischer Ebene kollektive Maßnahmen gegen die Kreditklemme, berichtet das Informationsportal „EurActiv“.
So haben der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, und die Chefin des italienischen Industrieverbands Confindustria, Emma Marcegaglia, in einem gemeinsamen Brief an den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso und die EU-Ratspräsidentschaft, eine vorübergehende Lockerung der Basel II-Eigenkapitalvorschriften gefordert.

Im Interview mit dem Handelsblatt fordert der BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf den wieder ins Amt gewählten EU-Kommissionspräsidenten Barroso auf, die europäische Finanzaufsicht zügig aufzubauen. Zudem müssten die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen verbessert werden. „Wir fürchten, dass es Ende 2009, Anfang 2010 zu einer Liquiditätsklemme in der Wirtschaft kommt. Ein Grund dafür ist, dass die Basel II-Eigenkapitalvorschriften prozyklisch wirken. Das muss Barroso ändern“, betont Schnappauf.

Schon Anfang der Woche hatte der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, gewarnt: „Es gibt zur Zeit noch keine flächendeckende Kreditklemme, diese droht aber weiterhin insbesondere wegen der Mechanismen der Basel II-Regeln.” Die schlechtere Wirtschaftslage führe zwangsläufig dazu, dass die Bonität der Unternehmen sinke. In der Folge seien die Banken zu höheren Eigenkapitalpuffern verpflichtet. Dadurch erhöhe sich deren Bedarf an Eigenkapital. Da dies nicht vorhanden sei, erscheine eine Kürzung der Kredite unausweichlich. Börner fordert als Ausweg, die Verbriefung von Unternehmenskredite zu revitalisieren (weitere Quellen: Financial Times Deutschland, Die Welt, Dow Jones Newswires).

 


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