BIZ-Generaldirektor sieht kein „Basel III“ am Horizont / Leverage Ratio als unterstützendes Instrument

21. September 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers_ftDie Financial Times setzt in ihrer heutigen Ausgabe einen thematischen Schwerpunkt auf die Debatte um die Neugestaltung der Eigenkapitalregeln für Banken.
Es stelle sich dabei die Frage, ob Basel II „ad acta“ gelegt und durch einen dritten Eigenkapitalakkord ersetzt werden sollte. Nach Ansicht des General Managers der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Jaime Caruana, ist dieser radikale Schnitt nicht angebracht. „We have seen that models are more imperfect than we thought. [We are looking at] just an improvement of Basel II“, wird Caruana zitiert. Durch die Arbeiten des bei der BIZ angesiedelten Baseler Ausschusses werde sich Basel II vielmehr weiterentwickeln. Der BIZ-Generaldirektor betonte in diesem Zusammenhang, dass die Eigenkapitalregeln nicht als eine der Ursachen der Finanzmarktkrise anzusehen seien. Er verweist dabei auf das Beispiel der USA, die Basel II nicht implementiert haben und mit einer Leverage Ratio operierten – dennoch habe auch hier die Krise durchgeschlagen. Caruana konstatiert: „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Basel II-Implementierung und den Krisenauswirkungen.“

Dennoch müsse man festhalten, dass Basel II in Sachen Risikoabsicherung nicht ausreiche. Hier habe jedoch auch der Faktor der unvollständigen Implementierung auf internationaler Ebene eine Rolle gespielt. Als einen der wichtigsten Punkte beschreibt Caruana folgend, die schärfere Regulierung von systemrelevanten Großbanken. Hier plädiert er für eine detailliertere Betrachtung in Bezug auf das so genannte „too big to fail“-Dilemma im Bankensektor: „When we are talking about systemically important institutions, we are not saying there are ones that will not be able to fail.“ Großbanken sollten einer strikteren Aufsicht unterworfen werden – ob das mit einer höheren Eigenkapitalvorhaltung verbunden werde, müsse letztlich der Baseler Ausschuss entscheiden.

Die vom Baseler Ausschuss geplante Ergänzung von Basel II um eine Leverage Ratio, beschreibt Caruana im FT-Gespräch als „absicherndes Regulierungsinstrument“. Es sei zwar nicht besonders ausgeklügelt, helfe aber unterstützend, bei den Banken eine ausreichende Eigenkapitalvorhaltung zu garantieren. Der ehemalige Vorsitzende des Baseler Ausschusses betont weiter, dass auch die im Zuge der Finanzmarktkrise aufgetretenen Liquiditätsrisiken der Banken regulatorisch adressiert werden müssen.

 


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Ein Kommentar
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  1. [...] darauf hingewiesen, dass der zweite Eigenkapitalakkord lediglich weiter entwickelt werde (vgl. RMRG vom 21.9.). Er betonte in diesem Kontext, dass die Eigenkapitalregeln nicht als eine der Ursachen der [...]