BaFin-Chef mit Sorgen: Können deutsche Banken striktere Kapitalvorgaben erfüllen?

22. Oktober 2009 | Von | Kategorie: Top News

testsIm Rahmen des Symposiums „Lehren aus der Finanzmarktkrise“ des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands hat BaFin-Chef Jochen Sanio den aus seiner Sicht „nicht unbeträchtlichen Rekapitalisierungsbedarf“ der deutschen Banken sorgenvoll kommentiert.
Den Instituten dürfte es zunehmend schwer fallen, einem „staunenden Publikum“ große Kapitalerhöhungen zu verkaufen, um striktere Kapitalvorgaben zu erfüllen. Nach Bericht der Börsen-Zeitung entwarf Sanio dazu drei mögliche Szenarien: „Wenn es gut läuft für die Banken, können sie ihren Kapitalbedarf am Markt decken. Werden ihnen Übergangsfristen eingeräumt, um verschärften Anforderungen zu genügen, stehen ihnen eine längere Ansparphase und den Aktionären Dividendenkürzungen ins Haus. Die schlechteste Lösung wäre es für Sanio, sollten sich die Institute zu einer Reduktion ihrer risikogewichteten Aktiva entschließen, da dies eine Kreditklemme nach sich ziehen könne.“

Sanio bezeichnete es auf dem Symposium zudem als notwendig, dass die Ratingagenturen durch eine bessere Aufsicht und Regulierung wieder zurück „auf den Pfand der Tugend“ gebracht werden. Die Agenturen hätten sich in „fundamentalen Interessenkonflikten verheddert“, zitiert die Börsen-Zeitung den BaFin-Chef. Gerade unter Basel II trugen die Rater große Verantwortung – und enttäuschten hier insbesondere auf dem Gebiet strukturierter Verbriefungen. Dennoch bezeichnete Sanio die Agenturen als „nicht staatlichen Vermittler von Informationen“ als weiterhin unentbehrlich.

 


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