Bundesbank wehrt sich gegen Leverage Ratio / Kampf um Kernkapitaldefinition

30. Oktober 2009 | Von | Kategorie: Top News

boez„Die Deutsche Bundesbank wehrt sich gegen die Pläne einer pauschalen Verschuldungsregel (Leverage Ratio) für Banken“, berichtet die Börsen-Zeitung aktuell.
Das künftig für die Bankenaufsicht in Deutschland zuständige Institut spreche diesem regulatorischen Instrument die Wirksamkeit ab. In dem Zusammenhang wird auf die Arbeit des Baseler Ausschusses hingewiesen, der die auf dem G20-Gipfel gefassten Regulierungsbeschlüsse ins Detail umsetzen soll. Die Bundesbank werde in dem Gremium derzeit von ihrem Vize-Präsidenten Franz-Christoph Zeitler vertreten. „Es kommt nicht nur auf die richtigen Maßnahmen an, sondern auch auf die Zeitachse, den richtigen Zeitpunkt der Umsetzung“, wird Zeitler zitiert. Auch eine international angedachte „Testamentspflicht“ für Banken betrachte die Bundesbank mit Skepsis, merkt die Börsen-Zeitung an.

Auch die Financial Times Deutschland greift die Einwände der Bundesbank gegenüber den angestrebten regulatorischen Maßnahmen auf. Das Blatt konstatiert: „Der Kampf um die künftige Ausstattung der Banken mit Kernkapital ist eröffnet: Dabei geht es um die sogenannte Leverage-Ratio [...].“ Dabei werde das Kernkapital einer Bank ins Verhältnis zur gesamten Bilanzsumme setzt. Die von den USA auf Basis der US-GAAP-Bilanzierung ab 2012 geplante Methodik passe den Deutschen überhaupt nicht. Üblich seien in Deutschland „massenhaft stille Einlagen“, die dann aus dem Kernkapital „gestrichen“ werden müssten. Fazit: „Die Solvabilitätskennziffern des gesamten deutschen Landesbankensektors und etlicher Geschäftsbanken wären ruiniert.“

 


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Ein Kommentar
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  1. [...] Als Beispiel für diese „fragwürdigen Maßnahmen“ im Bereich der Bankregulierung machte Loeper folgend die anvisierte, ergänzende Einführung einer Leverage Ratio aus. Es handele sich um ein Instrument aus der „Steinzeit“, weil es das immanente Risiko der Vermögenswerte auf der Bilanz außer Acht lasse. Das Handelsblatt gibt die Aussagen des Bundesbankdirektors dahingehend wieder, dass sich die Bundesbank in Basel mit ihrer Forderung durchsetzen konnte, „dass die Leverage Ratio zunächst als unverbindliche Vorgabe im Basel II-Regulierungswerk verankert werde“. Auch Bundesbank-Vize Franz-Christoph Zeitler hatte sich erst vor kurzem zur “Oppositionsrolle” der Institution im Baseler Ausschuss geäußert (vgl. RMRG vom 30.10.). [...]