Neue Regeln für Kreditrisikovorsorge stoßen auf breites Echo

9. November 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers8Der letzte Woche vom International Accounting Standards Board (IASB) präsentierte Entwurf eines neuen Standards für die Erfassung der Kreditrisikovorsorge stößt in der Wirtschaftspresse auf ein breites Echo.
So sieht die FAZ eine „gravierende Umstellung in der Rechnungslegung“ und das Handelsblatt erkennt: „Drohende Verluste müssen schneller in die Bilanz.“ „Dem neuen Ansatz liegt das Verständnis zugrunde, dass im Zins eine Risikoprämie für erwartete Verluste entsprechend der Schuldnerbonität enthalten ist“, erklärt die Financial Times Deutschland. Diese Verlustschätzung muss außerdem regelmäßig überprüft und eventuell angepasst werden. „Im Idealfall sorgt das neue Modell dafür, dass die Erträge der Banken weniger schwanken. Schätzt eine Bank nämlich die Risiken korrekt ein, wird die Gewinn- und Verlustrechnung später weniger belastet“, merkt das Handelsblatt an.

Die FAZ beschreibt die Änderung des IASB als „folgenschwer“, da sie den Ansatz von zwei Dritteln aller Abschreibungen, die Banken tätigen, betreffe. Deshalb werde der neue Standard zu „erheblichen Systemveränderungen, zeitlichem Aufwand und Kosten bei Banken führen“. Burkhard Eckes, Leiter des Bereichs Banken und Kapitalmärkte bei PricewaterhouseCoopers warnt daher im Handelsblatt: „Die Umsetzung des neuen Ansatzes für Wertminderungen wird zeitlich und finanziell aufwendig.“ Die FTD merkt in ihrem Beitrag abschließend an, dass der vom IASB eingeführte erwartete Verlust nichts mit der aufsichtsrechtlichen Definition nach Basel II zu tun hab. Denn: „In Basel II geht es um die erwarteten Ausfälle in den nächsten zwölf Monaten, in der neuen IFRS-Logik um die gesamte Laufzeit des Kredits.“

„Es wird noch komplexer“, so das Fazit von Paul Rothenberger, Vorstandsmitglied beim Anbieter von IFRS- und Basel II-Tools Fernbach-Software AG, zum Entwurf des IASB. Im Gespräch mit dem Handelsblatt wird der Experte zu den Problemen der Banken mit der IFRS-Bilanzierung befragt. „Knapp 30 Prozent der befragten Banken sind unzufrieden darüber, wie lange es dauert, den eigenen Geschäftsabschluss nach den internationalen Bilanzierungsregeln IFRS aufzustellen.“ Schon jetzt würden die Wertberichtigungsvorschriften zu den großen Problemfeldern gehören, wenn Banken ihren IFRS-Abschluss aufstellen. „Etwa 50 Prozent halten die Qualität der Daten, auf deren Basis sie Wertberichtigungen ausrechnen, für nicht ausreichend.“ (weitere Quelle: Börsen-Zeitung)

 


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