Kritische Bremswirkung „unterschiedlicher Regulierungsphilosophien“

19. November 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers3Nachdem sich hochrangige Bankmanager zum Start der “Euro Finance Week” mit kritischen Anmerkungen zu den anvisierten Regulierungsmaßnahmen zu Wort gemeldet haben, verdeutlichen nun auch die Regulierer ihre Positionen.
Im Rahmen des Frankfurter Bankenkongresses hat sich der Vorsitzende des Committee of European Securities Regulators (CESR), Eddy Wymeersch, für einheitliche Finanzregeln in den USA und Europa ausgesprochen. Zugleich merkte er kritisch an, dass die Umsetzung der G20-Vorschläge auf beiden Seiten des Atlantiks durch „unterschiedliche Regulierungsphilosophien“ gebremst werde. Er verwies dabei insbesondere auf die „innereuropäischen Abweichungen bei der Anwendung von Regulierungsstandards“, berichtet die Börsen-Zeitung. Auch Malcolm D. Knight, Vice Chairman der Deutschen Bank und ehemaliger BIZ-Generaldirektor, habe einen mangelnden Gleichschritt beim Angehen der G20-Agenda moniert. Die Financial Times Deutschland verweist in diesem Zusammenhang auf jüngste Aussagen des Vorsitzenden des Baseler Ausschusses, Nout Wellink, der die Gefahr beschrieben hatte, dass Regulierer zu allzu strikten und einfachen Vorgaben greifen könnten, die „suboptimal“ seien, wenn Geschäftsbanken nicht zeigen, dass sie Lehren aus der Krise gezogen haben. Auch EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark forderte auf der „Euro Finance Week“, dass die Banken „verantwortlich“ für ihr Handeln werden. Sie müssten dabei auch die langfristigen Risiken ihrer Geschäfte auf das Finanzsystem als Ganzes berücksichtigen. „Bislang habe ich allerdings keine wesentliche Veränderung im Verhalten der Marktteilnehmer gesehen“, zitiert die FTD.

Derweil begrüßt die EZB das Vorhaben des Europaparlaments, exzessive Vergütungsregeln im Bankensektor über die Eigenkapitalrichtlinien (CRD) regulatorisch zu adressieren. In einer Veröffentlichung auf ihrer Website merkt die Zentralbank an, dass der Plan mit den jüngsten G20-Beschlüssen konform gehe. Weiter wird betont, dass sich die europäische Richtlinie auch eng an den erwarteten, Novellierungsplänen des Baseler Ausschusses orientieren sollte (weitere Quelle: Reuters).

 


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