„Risk Adjusted Capital“ weiter in der Diskussion

27. November 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers_messDie intensiv diskutierte, neue Standard & Poor’s-Messmethodik zur Ermittlung der Bankeneigenkapitalausstattung steht in der Berichterstattung der Wirtschaftspresse weiter im Mittelpunkt.
„S&P knickt vor Banken ein“, konstatiert die Financial Times Deutschland (online) und verweist auf Insider-Aussagen, wonach die Ratingagentur die ausgewiesenen Werte für verschiedene Banken zeitnah auf aktuellen Stand bringen will (vgl. RMRG vom 25.11.). S&P habe die RAC-Quote entwickelt, weil sie die Kapitalstärke der Institute besser abbilde als andere Zahlen. Im Bericht werden die Einwände der Banken – u.a. der besonders negativ bewerteten UBS – verdeutlicht. Die Schweizer Großbank hatte moniert, dass S&P „kein repräsentatives Bild“ von ihrer Kapitalstärke vermittle, weil in der Studie weder die Umwandlung von 6 Mrd. Franken in Aktienkapital im August noch die bis spätestens März 2010 vorgesehene Umwandlung von weiteren 13 Mrd. – beides aus der Pflichtwandelanleihe – enthalten sei. Die „Neue Zürcher Zeitung“ sah infolge der Studie „Verwirrliches um die Eigenkapitaldecke der UBS“.

Folgend zitiert die Financial Times Deutschland Stefan Best, Team-Leiter Finanzinstitutionen bei S&P in Frankfurt, mit eher zurückhaltenden Worten zum neuen Ansatz bei der Ermittlung der Eigenkapitalsituation von Banken: Das RAC sei lediglich einer von mehreren Faktoren, die bei der Beurteilung einer Bank gemeinsam betrachtet werden müssten. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die neue Kennzahl für den Branchendurchschnitt berechnet wurde. Nach massiver Kritik an der Veröffentlichung der RAC-Quoten auf Basis älterer Quartalszahlen, versucht S&P den eigenen Ansatz nun offenbar deutlich tiefer zu hängen.

In einem Kommentar zur neuen S&P-Methodik erkennt die Börsen-Zeitung: „Alles schielt auf harte und nicht ganz so harte Kernkapitalquoten der Banken, runde 8 % gelten als neues Maß.“ Ebenso wie die Agentur erkennt das Blatt, dass die nach Basel II-Systematik gezeigten Kennzahlen der Banken wegen nationaler Unterschiede und erheblicher Ermessensspielräume nicht wirklich vergleichbar seien. Der Versuch der Ratingagentur hier einen internationalen Vergleichsstandard einzuführen, wird zwar wohlwollend kommentiert – doch zugleich wird auch auf die mangelnde Aktualität der jetzt vorgelegten RAC-Quoten hingewiesen. Dieses Problem, was insbesondere bei den UBS-Daten zu Tage trete, lasse sich zwar schnell beheben, „nicht aber die Gefahr, dass mehr Vergleichbarkeit zunächst mehr Durcheinander bringt“ (weitere Quelle: Tages-Anzeiger).

 


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2 Kommentare
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  1. [...] UBS bemängelt, dass S&P ältere Quartalszahlen bei der Berechnung zugrundegelegt hatte (vgl. RMRG vom 27.11.). Dem Bericht zufolge kam auch von australischen Großbanken Kritik an der Veröffentlichung. Die [...]

  2. [...] „Risk Adjusted Capital“ weiter in der Diskussion: Die intensiv diskutierte, neue Standard & Poor’s-Messmethodik zur Ermittlung der Bankeneigenkapitalausstattung steht in der Berichterstattung der Wirtschaftspresse weiter im Mittelpunkt: „S&P knickt vor Banken ein“, konstatiert die Financial Times Deutschland (online) und verweist auf Insider-Aussagen, wonach die Ratingagentur die ausgewiesenen Werte für verschiedene Banken zeitnah auf aktuellen Stand bringen will (vgl. RMRG vom 25.11.). S&P habe die RAC-Quote entwickelt, weil sie die Kapitalstärke der Institute besser abbilde als andere Zahlen. Im Bericht werden die Einwände der Banken – u.a. der besonders negativ bewerteten UBS – verdeutlicht. Die Schweizer Großbank hatte moniert, dass S&P „kein repräsentatives Bild“ von ihrer Kapitalstärke vermittle, weil in der Studie weder die Umwandlung von 6 Mrd. Franken in Aktienkapital im August noch die bis spätestens März 2010 vorgesehene Umwandlung von weiteren… [weiterlesen...] [...]