Sitzung des Baseler Ausschusses: „Am Ende könnte Basel III stehen…“

8. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Top News

aufsichtkurveDie Nachrichtenagentur SDA blickt auf die morgen beginnende Sitzung des Baseler Ausschusses voraus und merkt an: „Am Ende könnte ein neues Regelwerk mit dem Namen Basel III stehen, nachdem das geltende Basel II die Krise weder verhindern noch beenden konnte.“
Hingegen hatten sich Vertreter des Gremiums bereits mehrfach gegen den Terminus „Basel III“ ausgesprochen. So hatte Jaime Caruana, Generaldirektor der dem Baseler Ausschuss übergeordneten Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), im September darauf hingewiesen, dass der zweite Eigenkapitalakkord lediglich weiter entwickelt werde (vgl. RMRG vom 21.9.). Er betonte in diesem Kontext, dass die Eigenkapitalregeln nicht als eine der Ursachen der Finanzmarktkrise anzusehen seien. Die Mindestkapitalanforderungen sind für die SDA bei den Verhandlungen „eine der härtesten Nüsse“, die der Ausschuss ab morgen zu knacken habe. Gegenwind komme vor allem aus Deutschland. „Die dortigen Banken warnen davor, dass deutsche Spezialitäten wie Stille Einlagen unter die Räder kommen, und wehren sich dagegen, dass nur Eigenkapital und Gewinnrücklagen als Kernkapital gelten sollen.“ In Deutschland und Frankreich stoße zudem die Einführung einer Leverage Ratio auf Kritik. Diese sei viel zu pauschal und konterkariere die Vorschriften von Basel II. Zudem wird auch auf die Einwände seitens Großbritanniens gegen die Baseler Ideen verwiesen: „Sie wollen bereits vorab ihre Banken auf den Kauf von Staatsanleihen als Kapitalreserve festlegen, während andere Staaten dafür alle von der Notenbank akzeptierten Sicherheiten gelten lassen wollen.“

Für Unruhe sorgte gestern eine Studie der Analysten von CA Cheuvreux, die in Vorausblick auf die mögliche Festsetzung einer Leverage Ratio durch das Baseler Gremium die Auswirkungen auf die Bankenbranche beleuchtet haben. In der Fallstudie, über welche die Financial Times berichtete, wurde betrachtet, was es für die Bankbilanzen bedeutet, wenn zum Beispiel das 25-fache der Kernkapitalquote als Verschuldungsquote festgesetzt wird. Bei diesem Szenario seien viele Institute dazu gezwungen, entweder ihre Bilanz zu verkürzen, oder einen Großteil ihrer Gewinne zum Aufbau neuer Kapitalpuffer zu verwenden. In Deutschland wären davon nach Aussage der Analysten der Branchenprimus Deutsche Bank und die Postbank besonders betroffen (weitere Quelle: Handelsblatt).

 


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