Baseler Ausschuss findet nur Teil-Kompromiss / Konsultationspapier noch vor Weihnachten

10. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Top News

basel2Das englischsprachige Fachportal „Risk.net“ berichtet aktuell über offenbar zügig zustande gekommene Beschlüsse im Rahmen des gestrigen Treffens des Baseler Ausschusses.
Im Bericht wird ein Mitglied des Gremiums wiedergegeben, wonach man zumindest an den Punkten Gegenparteirisiken und Liquiditätspuffer im Basel II-Regelwerk schnell zu einer Einigung gekommen ist. Die Beschlussfassung werde derzeit noch einigen formellen Überarbeitungen unterzogen und könne in Form eines Konsultationspapiers noch vor Weihnachten publik gemacht werden. Dem Bericht von „Risk.net“ zufolge gab es bei den besonders kritischen Themen der ergänzenden Leverage Ratio und dem Aufbau von antizyklischen Kapitalpuffern jedoch noch keinen finalen Interessenausgleich im Baseler Ausschuss. Das ungenannt bleibende Gremiums-Mitglied habe verdeutlicht, dass sich die Verhandlungen hier nur langsam bewegen würden. Demnach sei auch nicht damit zu rechnen, dass in dem erwarteten Konsultationspapier zu diesen Ansätzen neue Details enthalten sind. Die genaue Kalibrierung dieser Regulierungsinstrumente könne so erst im kommenden Jahr vorgenommen werden – im Anschluss an die Konsultationsphase und die geplante Auswirkungsstudie.

Derweil fordert Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), in einem Gastkommentar für das Handelsblatt: „Wir brauchen Regulierung der Banken mit Augenmaß.“ Zwar sei eine partielle Erhöhung der Eigenkapitalausstattung der Finanzinstitute sinnvoll, doch „die große Herausforderung liegt darin, die kumulierte Wirkung der einzelnen Maßnahmen richtig einzuschätzen“. Aufgrund der vielzähligen Regulierungsvorschläge drohe der Blick für das große Ganze verlorenzugehen. Im Zuge der aktuellen Diskussion könne man gar den Eindruck gewinnen, dass es bislang keine Regeln für die Eigenkapitalausstattung der Banken gegeben habe. Weber widerlegt diesen Trugschluss und verweist dabei auf die Systematik der Baseler Eigenkapitalakkorde. So würden die derzeit diskutierten Regulierungsvorschläge weit über Basel II hinaus gehen. Daher ist für Weber eine genaue Auswirkungsanalyse der einzelnen Maßnahmen unabdinglich. Dieser Hinweis sei jedoch nicht so zu verstehen, dass der BdB gegen eine weitergehende Regulierung ist. „Ganz und gar nicht“, so Weber.

Der ausführlichen Bericht von „Risk.net“ kann unter folgendem Link eingesehen werden: http://www.risk.net/risk-magazine/news/1565582/basel-committee-reaches-agreement-liquidity-counterparty-risk

 


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  1. [...] ergänzt wird. Konform zum jüngsten Bericht des Fachportals „Risk.net“ (vgl. RMRG vom 10.12.) wird angemerkt, dass es dabei jedoch bislang zu keiner Verständigung über eine genaue Quote [...]