Basel II-Reform: Ergänzende Leverage Ratio sicher – Höhe unklar

14. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Top News

boez„Basel legt sich auf Leverage Ratio fest“, so die zusammenfassende Überschrift der Börsen-Zeitung zu den Ergebnissen der Sitzung des Baseler Ausschusses in der vergangenen Woche.
Das Blatt beruft sich auf „gesicherte Quellen“ innerhalb des Gremiums, wonach Basel II um eine feste Verschuldungsquote ergänzt wird. Konform zum jüngsten Bericht des Fachportals „Risk.net“ (vgl. RMRG vom 10.12.) wird angemerkt, dass es dabei jedoch bislang zu keiner Verständigung über eine genaue Quote gekommen ist. Erst nach der geplanten Auswirkungsstudie sei mit dieser Festlegung zu rechnen. „In der Branche wird man jedoch mit Erleichterung zu Kenntnis nehmen, dass die Leverage Ratio nicht den gleichen Rang wie verbindliche Mindestkapitalanforderungen einnehmen soll, sondern in der sogenannten zweiten Säule des Basel II-Akkords verankert wird“, konstatiert die Börsen-Zeitung weiter. Zunächst könne dieses Instrument also nach „Gutdünken“ der nationalen Aufsichten angewandt werden. Später sei jedoch damit zu rechnen, dass die Quote in der verbindlicheren ersten Säule von Basel II verankert wird. Diese schrittweise Vorgehensweise galt schon vor der Sitzung des Gremiums als sicher.

Nach Informationen der Börsen-Zeitung ist mit der Vorlage des Konsultationspapiers zur Basel II-Reform am 17. Dezember zu rechnen. Das Blatt merkt an, dass der Baseler Ausschuss am Mittwoch zu einem vorläufigen Kompromiss gekommen sei, „über dessen Inhalte striktes Stillschweigen vereinbart wurde“. Weiter wird betont: „Marktteilnehmer brennen förmlich darauf, vom Baseler Ausschuss jene magische Zahl geliefert zu bekommen, mit denen risikogewichtete Aktiva künftig mit Kernkapital zu unterlegen sind. Diese aber werden sie im neuen Konsultationspapier kaum finden.“ Die geplante Auswirkungsstudie werde sich bis Mitte 2010 hinziehen – somit könne sich das Gremium erst gegen Ende nächsten Jahres, auf die geforderten Eigenkapital-, Leverage- und Liquiditätsquoten festlegen. Dann werde auch entschieden, inwieweit Genossenschaftskapital und stille Einlagen weiterhin zum Kernkapital zählen dürfen. Das Handelsblatt sieht in seiner aktuellen Ausgabe an diesem Punkt jedoch Hoffnung für die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Demnach bahne sich für Nicht-Aktiengesellschaften eine Sonderregelung bei der Kernkapitaldefinition an.

 


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