BNP Paribas-Chef zur Reform der Finanzmarktregulierung

29. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Regulierung

Im Interview mit dem Handelsblatt äußert sich der Chef der französischen BNP Paribas, Baudouin Prot, ausführlich zu den Problemen bei der Reformierung der Finanzmarktregulierung. Für den Bankchef sollte dabei nicht nur die künftige Eigenkapitalausstattung der Institute im Mittelpunkt stehen, sondern auch deren Liquidität. „Es muss sichergestellt sein, dass Banken darüber wachen, dass sie jederzeit Zugang zu Liquidität haben. Das ist kompliziert, denn es gibt in dieser Frage keinen einheitlichen Standard. Es ist aber entscheidend für die Krisenprävention, dass Banken ein rigoroses Liquiditätsmanagement betreiben, egal wie groß oder klein eine Bank ist“, merkt Prot an. Weiter sollten die Eigenkapitalanforderungen für die „riskantesten Bankaktivitäten“ erhöht werden – also für die Handelsaktivitäten. Der BNP Paribas-Chef betont: „Wenn Sie eine kleine Bank sind, deren Handelsaktivitäten aber einen großen Teil des Gesamtgeschäfts ausmachen, dann stellt diese Bank ein größeres systemisches Risiko dar als eine große Bank, die ihre Geschäfte überwiegend mit Privatkunden macht.“

Im zweiten Teil des Interviews mit dem Handelsblatt verdeutlicht BNP Paribas-Chef Prot weiter, dass auch eine international einheitliche Implementierung neuer Regulierungen für deren Erfolg entscheiden ist. Dabei sein kritischer Hinweis über den Atlantik: „Dabei müssen die USA zum Beispiel auch die sogenannten Basel-II-Eigenkapital-Regeln bei sich einführen. Die Vereinigten Staaten müssen ferner die neuen Bonus-Regeln anwenden.“ Es gehe nicht darum, mehr zu machen, als die G20 beschlossen habe. Aber es könne nicht sein, weniger als das zu tun. „Die Glaubwürdigkeit der G20 steht auf dem Spiel“, warnt Prot.

 


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