JP Morgan entwirft „Horror-Szenario“ zur Bankenregulierung

19. Februar 2010 | Von | Kategorie: Regulierung

papers_crossDie Research-Experten von JP Morgan haben ein Szenario entworfen, das die Auswirkungen auf den Bankensektor berechnet, sollten alle derzeit diskutierten Regulierungsvorschläge tatsächlich umgesetzt werden.
Demnach würde die Eigenkapitalrendite der Institute im schlimmsten Fall auf 5,4 Prozent von den bislang für 2011 erwarteten 13,3 Prozent fallen. „Nach den Berechnungen müssten alle 16 Banken zusammen 221 Mrd. US-Dollar an frischem Geld aufnehmen, um den strengeren Anforderungen der Aufseher gerecht zu werden“, fasst die Financial Times Deutschland zusammen. Für jedes Institute ergebe sich daraus ein durchschnittlicher zusätzlicher Kapitalbedarf von 14 Mrd. Dollar. Jedoch seien Banken wie Credit Suisse, Deutsche Bank, Royal Bank of Scotland und Lloyds klar härter von der Regulierung betroffen, als andere Institute.

Im FTD-Bericht zum JP Morgan-Regulierungsszenario heißt es weiter, dass die Baseler Bankenaufseher und die G20-Staaten bis Einführung der britischen Boni-Strafsteuer im Dezember noch an einem Strang gezogen hätten. Mittlerweile sorge sich die Bankenbranche aufgrund des wenig koordinierten Vorgehens der Aufseher und Politiker. Die JP Morgan-Analysten sehen die Institute künftig von zwei Seiten unter Druck: Zum einen fordere die US-Administration, das Investmentbanking vom restlichen Bankengeschäft zu trennen. Geänderte Bilanzvorschriften, strengere Eigenkapitalregeln und Strafsteuern für systemrelevante Banken seien weitere Faktoren. Zudem könnten Institute dazu verpflichtet werden, einen Notfallfonds für Schieflagen einzurichten.

 


Tags: , , , , , , , ,

Keine Kommentare möglich.