FSB-Vorsitzender Draghi plädiert für „Regulierungsmix“

10. März 2010 | Von | Kategorie: Top News

aufsichtkurveDie Bank der Notenbanken räumt mit der Mär einer international gleichförmigen Finanzmarkregulierung auf.
Im Rahmen des Treffens der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel hat sich der Vorsitzende des Financial Stability Boards (FSB) und italienische Notenbankchef, Mario Draghi, für die Anwendung eines „Regulierungsmix“ auf internationaler Ebene ausgesprochen. Es sei „unmöglich“, für alle in der Krise aufgetauchten Probleme jeweils ein Instrument zu finden, das weltweit passe. Er verdeutlichte die Notwendigkeit dieses Vorgehens am Beispiel der „too big to fail“-Problematik im Bankensektor. „In einigen Ländern seien Ansätze zur Zerschlagung das richtige Instrument, in anderen entsprechende Kapitalregeln“, fasst die Financial Times Deutschland seine Aussagen zusammen. Draghi betonte, es gebe „unterschiedliche Länder, unterschiedliche Historien“. Alle Beteiligten hätten aber das „gemeinsame Ziel“, das Finanzsystem so zu reformieren, dass ähnliche Krisen nicht mehr auftauchen oder aber es besser damit umgehen kann. Die Finalisierung der Basel II-Reform sieht Draghi nach wie vor für Ende dieses Jahres auf der Agenda.

Nach Aussagen Draghis befindet sich auch ein „Re-Start“ der Märkte für Forderungsverbriefungen auf dem Fahrplan der internationalen Regulatoren weit oben. Zur transparenten Ausgestaltung der Verbriefungen seien schon verschiedene Regelungen getroffen worden – jedoch gebe es nach wie vor kaum Vertrauen in diese Instrumente. Hier wolle man handeln. „Today, if we were able to have a securitised contract it would be a very different contract from the ones we had 2-3 years ago“, wird der FSB-Vorsitzende von Reuters zitiert. Vor diesem Hintergrund vermeldet das Handelsblatt, dass die VW Bank als erstes Institut in diesem Jahr eine mit Forderungen besicherte Anleihe mit dem jüngst vorgestellten Gütesiegel der deutschen Verbriefungsinitiative TSI begeben will.

Die BIZ-Akteure haben im Rahmen ihres Treffens auch einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Nach Mitteilung der Bank der Notenbanken wurde Christian Noyer, Gouverneur der französischen Zentralbank, ernannt und löst damit Guillermo Ortiz, Chef der Bank von Mexiko, ab, der sein Mandat mit dem Ausscheiden aus der Notenbank im Dezember 2009 niederlegen musste. „Die Welt“ beschreibt den Franzosen wie folgt: „Er spricht leise und gilt als jemand, der den polternden Auftritt nicht mag.“

 


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