Wenig Hoffnung auf Bewegung bei internationaler Finanzmarktregulierung

10. Mai 2010 | Von | Kategorie: Top News

aufsichtkurveDer Informationsdienst „EurActiv“ beleuchtet den Besuch von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier in den USA, der vom gestrigen Sonntag bis zum morgigen Dienstag mit verschiedenen Vertretern der US-Administration und der dortigen Finanzindustrie über die Regulierungsreform spricht.
Bereits im Vorfeld hatte Barnier verdeutlicht, dass er bei seinem Besuch auf eine Einhaltung der US-Zusagen zur Implementierung schärferer Bankeneigenkapitalregeln drängen wolle. Dazu sagt ein Washingtoner Insider gegenüber dem Informationsdienst: „Wenn Barnier über die Eigenkapitalregeln diskutieren will, dann verschwendet er sein Flugticket.“ Der Insider vermutet jedoch, dass sich Barnier über die zurückhaltende Position der US-Regierung und Aufsicht an diesem Punkt durchaus bewusst sei – und seine öffentlich kommunizierten Forderungen lediglich eine Art symbolischer Akt, quasi als Pflichterfüllung gegenüber dem Baseler Ausschuss, seien.

Im zweiten Teil des Berichts macht man innerhalb des Beraterkreises von US-Präsident Barack Obama gar eine Art „Anti-Basel-Komitee“ aus. So stehe Obama den Plänen für ein Eigenkapitalregelwerk Basel III und der Einführung von Basel II skeptisch gegenüber, da dessen Berater zu diesen Themen, das Mitglied des Board of Governors der Notenbank Fed, Daniel Tarullo, als scharfer Kritiker der Baseler Eigenkapitalakkorde gilt. Der Insider verweist auf ein Fachbuch aus Tarullos Feder, in dem dieser das Regelwerk „auseinandernehme“. Die Vordenker der US-Finanzreform hätten bereits andere Pläne zur Verschärfung der Bankeneigenkapitalregeln. So sollen große Institute deutlich mehr Eigenkapital vorhalten, als ihre kleinere Konkurrenz.

 


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