Mangel an Risikoexperten absehbar

12. Mai 2010 | Von | Kategorie: Top News

risikomanagementDas heutige Handelsblatt sieht die deutschen Banken an ihren Risikonetzen „flicken“.
Hintergrund ist eine Umfrage der Zeitung bei den Finanzinstituten, die ergeben habe, das diese seit Ausbruch der Finanzkrise im Bereich Risikomanagement „massiv nachgerüstet“ und dabei in Technik und Personal investiert haben. Die Suche der Banken nach Risikoexperten spiegele sich auch auf dem entsprechenden Arbeitsmarkt wieder, erkennt Tiemo Kracht, Geschäftsführer bei Kienbaum Executive Consultants. „Die Zahl der Suchmandate ist in unserem Haus seit 2007 jedes Jahr um zehn bis 15 Prozent gestiegen“, wird der Experte im Beitrag zitiert. Auch Eike Bieber, Beraterin bei Pierre Audoin Consultants (PAC), berichtet über den klaren Trend – verbindet diesen jedoch auch mit der Warnung vor knapp werdenden Kapazitäten: „Heute ist sogar schon ein Engpass absehbar für sehr qualifizierte Experten.“ Dies könne auf lange Sicht zu einer verstärkten Auslagerung des Risikomanagements bei mittelgroßen und kleineren Banken führen.

Das Handelsblatt merkt an, dass man anhand einzelner Beispiele in der Bankenbranche erkennen könne, dass der Bereich Risikomanagement ein „Wachstumsfeld“ sei. So habe die KfW ihr gesamtes Risikomanagement organisatorisch neu aufgestellt. „Durch über 20 neu eingerichtete Stellen sei der Bereich personell aufgestockt worden, mit jetzt über 160 Mitarbeitern sehe man sich gut gerüstet“, wird die Aussage der Förderbank zusammengefasst. Auch bei der Unicredit-Tochter HVB sei das Risikomanagement in mehreren Bereichen personell verstärkt worden.

Als kritische Anmerkung zum Thema gibt das Handelsblatt einen ungenannt bleibenden Insider wieder: Investitionen in Softwareanwendungen erfolgten nach dessen Aussage nur dann, wenn dies unbedingt notwendig werde, „etwa wenn die Finanzaufsicht BaFin eine Messung des Liquiditätsrisikos zwingend auferlege“.

 


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