Basel weist „Schreckensszenarien“ der Banken zurück

1. Juni 2010 | Von | Kategorie: Top News

fingerprintsDie Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) kontert die aus ihrer Sicht überzogenen Auswirkungseinschätzungen der Finanzinstitute zur Basel II-Reform.
Die Financial Times Deutschland gibt dazu die Aussagen von BIZ-Chefvolkswirt Stephen Cecchetti wieder, der moniert, dass die Banken „Schreckensszenarien“ aufbauen würden. Seine klare Kritik: „Sie nehmen an, sich überhaupt nicht an die neuen Regeln anzupassen, und dass das Ergebnis für die Wirtschaft das Schlimmstmögliche sein wird.“ Das Blatt verweist zudem auf jüngste Anmerkungen des Vorsitzenden des Baseler Ausschusses, Nout Wellink, der ebenfalls die Banken-Szenarien zu möglichen Auswirkungen von Basel III zurückgewiesenen habe. Das weltweite Wachstum werde höchstens um 0,5 bis 1 Prozent gebremst, so Wellink: „Wenn das der Preis ist, um ein widerstandsfähiges Bankensystem zu bekommen, dann ist dieser Preis angesichts dessen, was hinter uns liegt, nicht zu hoch.“ (vgl. RMRG v. 5.5.)

In seinen Ausführungen bestätigte BIZ-Chefvolkswirt Stephen Cecchetti Wellinks Position und verdeutlichte, dass der Nettoeffekt der Baseler Reformen auf das weltweite Wachstum „vernachlässigbar“ sei und sich innerhalb der bei Wirtschaftsprognosen üblichen Vorhersagefehler bewege. „Dieser Fehler liegt in Bezug auf die Weltwirtschaft bei weniger als 0,5 Prozent“, erklärt die FTD. Folgend fasst das Blatt die laufenden Arbeiten des Baseler Ausschusses und die entsprechenden Reaktionen der Bankenbranche knapp zusammen. „Einige prognostizieren einen Wachstumseinbruch um fünf Prozent“, heißt es dazu.

Auch andere Medien greifen die Entgegnungen seitens der Bank der Notenbanken auf. „BIZ-Chefvolkswirt: Die Banken übertreiben“, so die zusammenfassende Überschrift der heutigen Süddeutschen Zeitung. „Die Presse“ wählt ihre Überschrift zum Thema deutlich zugespitzt formuliert: „Basel III: Kritik an Weltuntergangs-Szenario der Banken“.

 


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