Führungskräfte mit Schlüsselrolle bei Risikomanagement

23. Juni 2010 | Von | Kategorie: Riskmanagement

risiko2In einem Gastbeitrag für die Financial Times Deutschland umreißt der ehemalige Risikovorstand der Commerzbank, Wolfgang Hartmann, die Anforderungen für den Aufbau eines „schlagkräftigen Risikomanagements“ in Banken.
Künftig komme gerade den Führungskräften eine „Schlüsselrolle“ zu: „sowohl Vorstand und Aufsichtsrat als auch dem Senior Management, der Ebene unterhalb des Vorstands.“ Diese müssten „ein volles Verständnis von der Art der Geschäfte und der vorhandenen Risiken auch außerhalb ihrer jeweiligen direkten Verantwortungsbereiche haben“. Hartmann betont, dass es auf dem Weg zu einer neuen Risikokultur in Banken noch viel zu tun gebe. „Die Banken sollten für eine Stärkung der Strukturen der Risk-Governance aufgeschlossen sein, denn sie entspricht den Werten unserer freiheitlichen Grundordnung“, so der ehemalige CRO der Commerzbank. Schwächen in diesem Bereich müsse der Staat – „und damit die Steuerzahler“ – teuer bezahlen. Sollten die Banken an diesem Punkt nicht umdenken und „eine Corporate Governance für das Risikomanagement aufzustellen“, könne die Konsequenz eine bürokratische Hochleistungsregulierung sein. Kleinere Institute könnten damit schnell überfordert sein. Konsequenz: „Dies könnte letztlich dann zu einer staatlichen Investitionslenkung führen, schon allein, um eine erneute ‚Kreditklemme’ zu verhindern.

Kritisch bewertet Hartmann den derzeit oftmals vorzufindenden Zustand, dass viele Ex-Vorstände im Aufsichtsrat ihres Unternehmens aktiv sind – und somit ihre „früheren Managementleistungen“ überwachen würden. Der Risikoexperte agiert mittlerweile als Vorsitzender des Vorstands des Trägervereins für das Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM), das bei der Inititiative Frankfurt Main Finance angesiedelt ist.

 


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Ein Kommentar
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  1. [...] Bereits vor einiger Zeit hatte derehemalige Risikovorstand der Commerzbank, Wolfgang Hartmann, an die Banken appelliert, angesichts der regulatorischen Herausforderungen ein „schlagkräftiges Risikomanagement“ aufzubauen. In diesem Zusammenhang plädierte er explizit dafür, eine Corporate Governance für das Risikomanagement zu entwickeln (vgl. RMRG vom 23.6.). [...]