EU-Bankenstresstest soll deutlich ausgeweitet werden

28. Juni 2010 | Von | Kategorie: Top News

stresstestsDie EU-Bankenstresstests und die Behandlung der entsprechenden Ergebnisse stehen weiter im Mittelpunkt der Wirtschaftspresse.
Wie die Financial Times aktuell berichtet, könnten in den nächsten EU-Bankenstresstest weitaus mehr Institute einbezogen werden, als bislang. Demnächst sollen die Resultate des jüngsten, vom Gremium der europäischen Bankenaufseher (CEBS) verantworteten Test publik gemacht werden – dieser habe jedoch nur 26 EU-Banken im Fokus. Die nächste Überprüfung könne bis zu 100 Banken treffen. Hintergrund sind u.a. Informationen, wonach die EU vorsieht, dass auch die deutschen Landesbanken in die nächsten, schärfer formulierten Stresstests einbezogen werden. „Mit dem Schritt würde die EU auf den zunehmenden Druck reagieren, die Stresstests im Finanzsektor auszuweiten. Bislang umfassen sie lediglich große, grenzüberschreitend tätige Banken“, erklärt die Börsen-Zeitung.

Wie die Financial Times Deutschland erfahren haben will, sind die Chefs der wichtigsten deutschen Banken am Mittwoch für ein Treffen mit Bundesbank-Präsident Axel Weber und BaFin-Chef Jochen Sanio in den Räumen der Bundesbank im Frankfurt einbestellt. Dabei sollen die Ergebnisse der Bankenstresstests thematisiert und die Auswirkungen neuer, härter formulierter Tests eruiert werden. Darüber hinaus könnten die Institute auf mögliche neue Staatshilfen vorbereitet werden, heißt es. „Wenn Schieflagen drohen, muss der Soffin einspringen. Dafür ist er da”, werden Aussagen eines Finanzaufsehers wiedergegeben. Gerade die Eigenkapitalquoten der Landesbanken im Vergleich mit den hier formulierten Untergrenzen werden derzeit kritisch betrachtet. „Sollten sie die im Test unterschreiten, müssten sie den Bankenrettungsfonds Soffin anzapfen – sofern ihre Eigentümer nicht frisches Kapital nachschießen.“

Auch seitens den deutschen Bankensektors sind neuerliche Reaktionen zu den Entwicklungen in Sachen Bankenstresstests zu vernehmen. So äußert sich BdB-Präsident Andreas Schmitz im Interview mit der Süddeutschen Zeitung grundsätzlich positiv zur geplanten Offenlegung der EU-Stresstestergebnisse. „Transparenz ist durchaus sinnvoll, weil sie Anlegern verdeutlicht, wem sie ihr Geld geben. Die Veröffentlichung des Stresstests kann Banken entlasten, die von den Märkten ungerechtfertigt in Mithaftung genommen werden“, so Schmitz. Auch beim Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) hieß es, das man keine Probleme mit Stresstests habe. Allerdings dürften die Ergebnisse nur gesammelt und nicht für einzelne Institute individuell veröffentlicht werden, fasst die Börsen-Zeitung die Aussagen zusammen.

 


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