Mittelstand fordert Senkung der Basel II-Risikogewichte für KMU-Kredite

1. Juli 2010 | Von | Kategorie: Basel III

baselkommDer Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat ein Arbeitspapier zu Mittelstandsfinanzierung und Bankenregulierung vorgestellt.
Kernpunkt des Papiers ist eine Mittelstandsklausel bei der Kreditvergabe an Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Die Wurzel des Übels sei die Ungleichbehandlung der Risiken nach Basel II, so die Kritik. „Die Banken mussten bislang für Kredite an Mittelständler in der Regel sechs Prozent Eigenkapital vorweisen. Wenn sie aber in Staatsanleihen oder US-amerikanische Hypothekenkredite investiert haben, brauchten sie kein oder nur sehr wenig Eigenkapital zu hinterlegen.“ Der BVMW schlägt deshalb vor, im Rahmen einer Basel II-Reform die Risikogewichte für Kredite an den Mittelstand zu senken. So sollte im Standardansatz für ein Portfolio von kleinteiligen Mittelstandskrediten ein Risikogewicht von 50 statt 75 Prozent vorgeschrieben sein.

Derweil erklärt Commerzbank-Vorstandsmitglied Markus Beumer im Gespräch mit dem Online-Portal der „Deutschen Welle“ die Hintergründe allgemein teurer gewordener Kredite. „Einmal aufgrund der schlechteren Situation der Unternehmen. Hier greifen dann die Regeln des sogenannten Basel Il-Konzeptes, dass mit höheren Risiken auch höhere Preise zu vereinnahmen sind. Der zweite Punkt, warum es teurer geworden ist, sind die Märkte. Die sogenannten Liquiditätskosten für die Banken, die gar nicht mit dem Risiko des Unternehmens, sondern mit der Beschaffung von mittelfristigen Gelder zu tun haben, sind deutlich gestiegen. Beide Faktoren führen dazu, dass die Preise, die Margen höher geworden sind.“ (weitere Quelle: ddp)

 


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