14 deutsche Banken werden Stresstest unterzogen

8. Juli 2010 | Von | Kategorie: Top News

committeeWie erwartet, hat der Ausschuss der europäischen Bankenaufseher (CEBS) gestern Abend erste allgemeine Details zur Ausgestaltung der nächsten Runde von EU-Bankenstresstests veröffentlicht.
Insgesamt soll an 91 EU-Banken das Stressszenario angelegt werden. Die zu prüfenden Institute repräsentieren 65 Prozent des EU-Bankensektors. Die Ergebnisse der Tests sollen wie geplant am 23. Juli veröffentlicht werden. Nach Angaben der Bundesbank haben alle angefragten deutschen Kreditinstitute einer Teilnahme an den Tests zugestimmt. Damit sei keine Vorfestlegung bezüglich individueller Veröffentlichungen von Ergebnissen verbunden, hieß es. An den Tests nehmen insgesamt 14 deutsche Banken teil, die gemeinsam mehr als 60 Prozent des deutschen Marktes abbilden. Das CEBS führt dabei folgende Institute auf: Deutsche Bank, Commerzbank und die BayernLB (nahmen alle drei schon am letzten Stresstest teil) – sowie HRE, Postbank, LBBW, Nord/LB, WestLB, HSH Nordbank, Helaba, Landesbank Berlin, DekaBank, sowie die genossenschaftlichen Institute DZ Bank und WGZ Bank.

Derweil berichtet das Handelsblatt heute über erste durchgedrungene Details des heftig umstrittenen Staatsanleiheszenarios im Rahmen der neuen Stresstest-Runde (vgl. RMRG vom 7.7.). So soll für Anleihen Griechenlands ein theoretischer Abschlag von 16,75 Prozent angelegt werden, berichtet die Zeitung. Im Vorfeld sei hier über Abschläge bis zu 50 Prozent spekuliert worden. Auf Bundesanleihen solle gar kein Abschlag angewandt werden – auf französische Staatsanleihen lediglich 0,7 Prozent. Zudem werde das Bankbuch, in dem festverzinsliche Wertpapiere bis zum Laufzeitende gehalten werden, „keinem Stress unterzogen“. Diese Entschärfungen seien auch auf die Intervention der Bundesregierung zurückzuführen. Dennoch sind im Beitrag neuerliche Warnungen zu vernehmen: „Zu einem herben Rückschlag am Finanzmarkt könnte es [...] dann kommen, wenn die Märkte den Kursabschlag auf die Griechenbonds für bare Münze nähmen und die Anleihen unter Druck gerieten.“ (weitere Quellen: FTD, Börsen-Zeitung, FAZ).

Die Veröffentlichung des CEBS kann unter folgendem Link abgerufen werden: http://www.c-ebs.org/News–Communications/Latest-news/CEBS-statement-on-key-features-of-the-extended-EU-.aspx

 


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  1. [...] neben einem Konjunktureinbruch auch ein Crash bei europäischen Staatsanleihen simuliert (vgl. RMRG vom 8.7.). Allerdings müssten die Banken solche Wertverluste beim Test nur berücksichtigen, wenn sie die [...]