Dänische Hypothekenfinanzierer sorgen sich wegen Basel III

9. Juli 2010 | Von | Kategorie: Basel III

papers13Der neue Eigenkapitalakkord Basel III könnte die Refinanzierungssituation des dänischen Bankensektors massiv verschlechtern.
Die fehlende Präsenz Dänemarks im Baseler Ausschuss treibt die dortigen Banken um, berichtet die Financial Times und verweist auf die Angst der Institute vor einer nachteiligen Behandlung gedeckter Anleihen (Covered Bonds) im Rahmen der Kernkapitaldefinition von Basel III. Unter dem Titel „Danes urge Basel III changes“ heißt es, dass gerade Hypothekenfinanzierer wie Nykredit und Realkredit Danmark stark von der Refinanzierung über Covered Bonds (bzw. Pfandbriefe/Danish Mortgage Bonds) abhängig seien und daher bei den Regulatoren in Schweden und Großbritannien, die im Baseler Gremium vertreten sind, um Unterstützung gesucht hätten. „Covered bonds will only be able to account for 50 per cent of banks’ liquidity, and with a 20-40 per cent haircut on their value“, so die Jesper Berg, Regulierungschef bei Nykredit, zur Begründung.

Die dänischen Pfandbriefe, respektive das dortige Hypothekenbankensystem basieren auf einem „Ausgleichs-Prinzip“, das bereits in der ersten Gesetzgebung zum Pfandbriefmarkt von 1850 festgeschrieben wurde. Darin wird sichergestellt, dass sich die Zins- und Kapitalzahlungen der Schuldner zu mindestens 99 Prozent mit denen an die Pfandbriefgläubiger decken. Das zentrale Merkmal kündbarer dänischer Pfandbriefe besteht in dem Recht des Schuldners, vierteljährlich sein Darlehen zum Nennwert kündigen zu können. In diesem Fall muss er die ausstehende Restschuld an die Hypothekenbank zurückzahlen, die diese weiterreicht.

 


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