Kreise: Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank haben Stresstest offenbar bestanden

13. Juli 2010 | Von | Kategorie: Top News

stresstestsNach Meldung des Informationsdienstes Bloomberg könnten die deutschen Großbanken – genannt werden die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Postbank – die aktuelle Bankenstresstestrunde des CEBS bestanden haben.
Man beruft sich dabei auf unbenannt bleibende Kreise. Nach Meinung der Financial Times Deutschland können die benannten Banken nun aufatmen. Die Institute würden demnach bei allen angelegten Szenarien voraussichtlich über dem Mindestwert von sechs Prozent beim Tier1-Kernkapital nach Basel II liegen. Auch aktuelle Aussagen von Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz scheinen diese Informationen zu stützen. Er betonte, dass der Stresstest für sein Institut kein Problem sei. „Wir fühlen uns mit unserer Kernkapitalquote sehr komfortabel ausgestattet. Nach ersten Berechnungen haben wir keine Sorge, dass unsere Quote unter Stressbedingungen auch nur im Entferntesten zu gering ist“, wird Strutz von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Derweil berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über neue Details der Stresstest-Ausgestaltung und erkennt infolgedessen nur noch „Stresstests light“. Zwar werde in dem härtesten von drei Szenarien neben einem Konjunktureinbruch auch ein Crash bei europäischen Staatsanleihen simuliert (vgl. RMRG vom 8.7.). Allerdings müssten die Banken solche Wertverluste beim Test nur berücksichtigen, wenn sie die Anleihen im eher kurzfristig ausgerichteten Handelsbuch und nicht als langfristige Anlage im Bankbuch verbucht hätten. Zudem dürfen die Institute laut dem Magazin sogar mit anderen Abschlägen rechnen, wenn sie nachweisen können, dass sie diese Risiken selbst quantifizieren können. Die vom CEBS angelegten Verluste bei Staatsanleihen belaufen sich bei Bundesanleihen auf 2,3 Prozent, bei spanischen Anleihen 6,7 Prozent, bei portugiesischen 11 Prozent und 20 Prozent bei griechischen Anleihen.

Das Anlegerblatt „Euro am Sonntag“ fasst in seiner aktuellen Ausgabe mehrere kritische Stimmen von Bankenexperten zusammen, die sich allesamt am Prozedere der EU-Bankenstresstests stoßen. „Die Gefahr ist groß, dass man damit eine Art Scheinlabel schafft und damit Scheinsicherheit“, warnt Bankenprofessorin Ursula Walther von der Frankfurt School of Finance & Management. Und Bankwissenschaftler Christoph Kaserer von der TU München erklärt: „Ich habe insgesamt den Eindruck, dass bei den aktuellen EU-Tests mit hohem politischem Druck vorgegangen wird, das Prozedere aber nicht wirklich zu Ende gedacht ist. Das Vorgehen wirkt überhastet.“ Auch die Kommentare der Zeitungen setzen sich erneut kritisch mit der neuen Runde von EU-Bankenstresstests auseinander. So sieht die „Welt am Sonntag“ darin „eine Prüfung, die den Namen nicht verdient“. Autor Karsten Seibel kann in den Tests keine große Aussagekraft ausmachen, da niemand wisse, ob die gewählten Kriterien bei der nächsten Krise „wieder die entscheidenden sind“. Die Süddeutsche Zeitung stört sich daran, dass die Banken in Beantwortung des CEBS-Fragebogens darauf aus seien, „möglichst wenige Risiken zu zeigen und diese dort zu verstecken, wo sie keiner findet“. Vor diesem Hintergrund sieht man die Notwendigkeit, beim Umgang mit Risiken umzudenken: „Der richtige Umgang mit dem Risiko muss also neu gelernt werden, bei Banken und bei Bankaufsehern.“

 


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2 Kommentare
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  1. [...] RMRG: Kreise: Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank haben Stresstest offenbar bestanden [...]

  2. [...] Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank, die Überprüfung durch das CEBS bestanden haben (vgl. RMRG vom 13.7.). Dabei berief man sich auf nicht näher definierte, informierte Kreise. Tags: CEBS, Commerzbank, [...]