Stresstests sorgen weiter für Unruhe

15. Juli 2010 | Von | Kategorie: Regulierung

testsBeim Prozedere um die Veröffentlichung der Ergebnisse der aktuellen EU-Bankenstresstests kehrt keine Ruhe ein.
So vermeldet die Financial Times Deutschland: „Stresstests entzweien Finanzminister“ – und verweist darauf, dass unter den EU-Finanzministern ein heftiger Streit ausgebrochen sei, wie detailliert die Ergebnisse der Tests publik gemacht werden sollen. Insbesondere über die Offenlegung von Risiken durch Staatsanleihen in den Bilanzen der einzelnen Banken gebe es Diskussionen. Hier würde sich gerade Frankreich querlegen. Hintergrund könnte hier das mutmaßlich hohe Staatsanleihe-Risiko des belgisch-französischen Finanzkonzerns Dexia sein. Dieses hatte das „Luxemburger Wort“ in einem Leitartikel jüngst thematisiert. Bei der Finanzgruppe soll allein der Wert der griechischen Bonds 54 Prozent des Eigenkapitals betragen, so das Blatt. „Ein Ausfall der Papiere hätte also schlimme Folgen für den belgisch-französischen Finanzkonzern. Die mögliche Pleite eines Staates wird im Stresstest allerdings nicht simuliert“, heißt es. Um das zu verhindern, gebe es schließlich die Zweckgesellschaft, die zu Beginn dieses Monats ihre Arbeit in Luxemburg aufgenommen hat, und über einen Rettungsschirm für notleidende Eurostaaten verfüge.

Vom Rettungsfonds für die Euro-Zone gibt es unterdessen eine klare Absage an mögliche Hilfen für Finanzinstitute: EU-Banken, die den aktuellen CEBS-Bankenstresstest nicht bestehen sollten, können nicht auf direkte Hilfen des neu eingerichteten Rettungsfonds für Euro-Zone hoffen. Dies betont der Chef des Rettungsvehikels, Klaus Regling, im Interview mit der Financial Times. Es sei nicht vorgesehen, mit Mitteln des Fonds Banken zu rekapitalisieren. „Vielmehr hätten lediglich Länder die Möglichkeit, Mittel aus dem Fonds zu beantragen, mit dem sie dann aber Banken unter die Arme greifen könnten“, fasst das deutsche Tochterblatt der FT die Aussagen zusammen.

Bereits zu Anfang dieser Woche hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg Informationen verbreitet, wonach zumindest die deutschen Großbanken, Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank, die Überprüfung durch das CEBS bestanden haben (vgl. RMRG vom 13.7.). Dabei berief man sich auf nicht näher definierte, informierte Kreise.

 


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