Aufseher glauben weiter an Effektivität von Basel III

5. August 2010 | Von | Kategorie: Top News

basel3Trotz des unisono als „Entschärfung“ oder „Verwässerung“ angesehenen Fahrplans zur Basel III-Finalisierung durch den Gouverneursrat des Baseler Ausschusses, sieht der Chef des Gremiums, Nout Wellink, in dem Regelwerk weiterhin einen großen Regulierungsfortschritt.
Die Banken würden durch die neuen Regeln widerstandsfähiger, was allerdings auf Kosten der Aktionäre und der Beschäftigten gehen könne, sagte Wellink in einem Interview mit der niederländischen Tageszeitung „NRC Handelsblad“. „In den kommenden Jahren werden Banken nicht mehr in der Lage sein, einen großen Teil ihrer Gewinne in Boni und Dividenden zu verteilen, weil sie das Geld brauchen werden, um ihre Kapitalpuffer zu stärken“, sagte Wellink. Es sei nicht auszuschließen, dass einige Banken wegen der neuen Basel III-Standards eine Kapitalerhöhung vornehmen müssten, erklärt der Vorsitzende des Baseler Ausschusses weiter. Die Vorschläge seien nach der Entscheidung des Gouverneursrats zwar nicht mehr so strikt, aber noch immer stringent ausgerichtet. „Das Wichtigste ist, dass wir eine strengere Definition von Kernkapital haben. Das wird den größten Einfluss auf die gegenwärtigen Kapitalquoten haben.“

Die reformierten Eigenkapital- und Liquiditätsregeln dürften nach Einschätzung Wellinks, schnell von den Finanzinstituten eingeführt werden, auch wenn einige Vorgaben erst in mehreren Jahren in Kraft treten. „Es wird Teil des Wettbewerbs zwischen den Banken: Welche Bank wird als erstes den Anspruch erheben können, die Basel III-Regeln vollständig einzuhalten?“

Auch John Dugan, als Comptroller of the Currency (OCC) Aufseher in den USA, glaubt weiter an die Effektivität der Richtlinien und prognostiziert, dass Basel III zu einer klaren Verschiebung bei der Ausrichtung des Bankengeschäfts führen wird. So erwartet er ein Zurückfahren der Handelsaktivitäten und eine Rückkehr zum klassischen Kreditgeschäft. „One way to comply is shrinking your balance sheet, but it matters how you do so“, so Dugan zur Reaktion der Finanzinstitute auf das Regelwerk. „Many argue that it was the trading book that caused unanticipated losses during the crisis. To the extent that some bank shrinks those activities instead of bearing the increased capital charge, that may not be the worst thing in the world“, wird Dugan von der Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert (weitere Quelle: Dow Jones Newswires).

 


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