FSA übt Kritik am Risikomanagement der Banken und plant schärfere Regulierung

26. August 2010 | Von | Kategorie: Riskmanagement

papers2Die Hoffnung der Banken am Finanzplatz London auf Ruhe an der Regulierungsfront scheint vergebens.
Das heutige „Wall Street Journal Europe“ berichtet über Vorschläge der britischen Finanzaufsichtsbehörde FSA zur schärferen Regulierung der Handelsaktivitäten der Banken, die in einem Diskussionspapier festgehalten sind. So soll das vorzuhaltende Eigenkapital gegenüber diesen Risikoexpositionen klar erhöht werden, um Verwerfungen in diesem Segment künftig zu verhindern. Dazu wird Paul Sharma, bei der FSA Direktor für den Bereich ‚prudential policy’, von der Zeitung wie folgt zitiert: „The financial crisis has highlighted that, for trading activities in particular, an over-reliance on the principles of efficient financial markets can lead to severe consequences when risks are misunderstood at a system-wide level.“ In diesem Zusammenhang übt die Behörde unmissverständliche Kritik am Risikomanagement der Banken. Man formuliert daher Verbesserungsvorschläge für die bankinterne Risikosteuerung und -modellierung.

Im Rahmen der Finanzkrise seien einige Banken schlichtweg nicht in der Lage gewesen, die durch ihre Handelsaktivitäten entstandenen Risikoexpositionen rechtzeitig zu erkennen. Wiederum anderen Institute hätten bei der bankinternen Risikoanalyse „zu eng fokussierte“ Modell-Ansätze gewählt. Hier hätten firmenspezifische Risiken im Vordergrund gestanden – hingegen wurden systemseitige Problemstellungen ausgeblendet worden.

Schon ein Handelsblatt-Kommentar verdeutlichte jüngst, dass die britischen Banken mit mehr Verregelungen rechnen müssen – und ihnen zudem die „Verbündeten“ im Kampf gegen ebendiese ausgehen. Zwar könne man nicht behaupten, dass sich der Finanzplatz London mit „Feinden“ auseinandersetzen müsse – doch seien einstmals enge freundschaftliche Verbindungen der City zur britischen Politik – insbesondere den konservativen Tories – zerbrochen. Die Banken müssten sich nun auf schärfere Regulierungen einstellen – gerade aufgrund der Tatsache, dass die Tories die Bankenaufsicht bei der Bank of England (BoE) bündeln wolle. Die BoE unter ihrem Chef Mervyn King habe sich in jüngster Zeit als scharfer Kritiker der Bankenbranche etabliert. Die Vorschläge der FSA sind daher auch als eigene Profilschärfung im Ringen um die britische Finanzaufsichtsstruktur zu verstehen.

Das FSA-Diskussionspapier ist unter folgendem Link einsehbar: http://www.fsa.gov.uk/pages/Library/Policy/DP/2010/10_04.shtml

 


Tags: , , , , , , , ,

Ein Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. [...] RMRG: FSA übt Kritik am Risikomanagement der Banken und plant schärfere Regulierung [...]