„Kernkapital-Ranking“ als Indiz für Zersplitterung des deutschen Bankenmarktes

27. August 2010 | Von | Kategorie: Top News

artikelIn einem Beitrag für „die bank“ wertet Dirk Franke, Direktor im Bundesverband deutscher Banken (BdB), eine Studie des britischen Branchenblatts „The Banker“ zur aktuellen Situation und Struktur des internationalen Bankensektors aus.
Naturgemäß legt der BdB-Direktor dabei besonderen Fokus auf die hiesigen Privatbanken. Gerade ein Ranking der Institute nach ihrer Kernkapitalausstattung erscheint interessant. Hier habe sich die Deutsche Bank „ertragsstark und mit deutlich gesteigertem Kernkapital“ im Kreis der internationalen Top 25 behaupten können. Die Commerzbank habe die Spitzengruppe nach Kernkapital mit Platz 27 und 42,5 Mrd. US-Dollar nur knapp verfehlt. Weiter heißt es: „Außerhalb des eigentlichen Ranking, da zur UniCredit Group gehörig, folgt die HypoVereinsbank als Nummer drei im Bund der kapitalstärksten deutschen Banken, gefolgt von der Landesbank Baden-Württemberg (Platz 53 der Welt), der Bayerischen Landesbank (54), der DZ Bank (75), der HSH Nordbank (85) und der NordLB (92).“

Folgend merkt BdB-Direktor Franke in seiner Auswertung an, dass es insgesamt 72 Institute aus Deutschland – „von der Deutschen Bank bis zur Mainzer Volksbank“ – unter die Top 1.000 dieses Kernkapital-Rankings geschafft haben. Er schränkt jedoch ein: „Doch nur neun von ihnen haben ein Kernkapital von mehr als 10 Mrd. US-Dollar, während andererseits 38, also mehr als die Hälfte, hier auf weniger als 1 Mrd. US-Dollar kommen.“ Der Autor zieht hier den Vergleich zum französischen Sektor: „Aus Frankreich stammen insgesamt nur neun der 1.000 kapitalstärksten Banken der Welt, aber sechs von ihnen bringen es auf ein Kernkapital von über 6 Mrd. US-Dollar [...].“ Das Ergebnis dieses Vergleichs ist für Franke ein klares Indiz für eine „anhaltende Kleinteiligkeit, ja Zersplitterung des deutschen Bankenmarktes“.

Mit Blick auf die kapitalseitige Gesamtentwicklung der internationalen Bankenbranche merkt der BdB-Experte abschließend an, dass die Profitabilität auf breiterer Kapitalbasis wachse. So sei das Kernkapital der Top 1.000-Banken um rund 14 Prozent auf 4,9 Bio. US-Dollar gewachsen. „In Verbindung mit einer gesunkenen aggregierten Bilanzsumme steigt die durchschnittliche Capital to Assets Ratio auf 5,1 %; an der Weltspitze werden 15,5 % erreicht.“ Die kapitalstärkste Bank der Welt sei die Bank of America.

 


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