„Zukunft der Finanzregulierung“ in der Diskussion

1. September 2010 | Von | Kategorie: Regulierung

boez„Bei der Regulierung nicht die Risikokultur vergessen“, so die zusammenfassende Überschrift der Börsen-Zeitung zur Veranstaltung „Zukunft der Finanzregulierung“ die im Rahmen der Jahrestagung der European Finance Association (EFA) in Frankfurt stattfand.
„Wir müssen uns mehr auf die Vernetzung des Finanzsystems insgesamt konzentrieren -und auf die Verhaltensweisen der Akteure im Banksystem“, betonte dabei Svein Andresen, Generalsekretär des Financial Stability Board (FSB). Es genüge nicht allein, sich auf höhere Kapital- und Liquiditätspuffer zu verlassen. Der Vize-Gouverneur der Schweizer Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, thematisierte die „too big to fail“-Problematik des Bankensektors und forderte dabei eine „einfache und effektive Regulierung“. Dabei sollte man der jeweiligen Bank allerdings freistellen, ob sie etwa bei der Vorgabe höherer Eigenkapitalquoten zusätzliche Mittel einwirbt oder nicht doch lieber das Geschäftsvolumen schrumpfen lässt.

Christian Sewing, Chief Credit Officer der Deutschen Bank in London, stellte sich in seinem Beitrag den Ausführungen Jordans entgegen und verdeutlichte, dass er die ausschließliche Konzentration auf die Frage „too big to fail“ für überzogen hält. Es habe sich schließlich in der Finanzkrise gezeigt, dass in der Mehrzahl vor allem kleine und mittlere Institute sowie Hypothekenbanken in Schieflage geraten seien. Die Größe selber sei kein Maßstab, ob eine Bank in Schwierigkeiten kommen könne; entscheidend sei das dahinterstehende Geschäftsmodell. Sewing forderte zudem, ein verstärktes Augenmerk auf das Risikomanagement in den einzelnen Banken zu legen, welches „die erste Verteidigungslinie in einer Krise darstellt“.

 


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