EU-Stresstests haben Risiken der Banken nicht vollständig abgebildet

7. September 2010 | Von | Kategorie: Regulierung

Das heutige „Wall Street Journal Europe“ wendet sich in seinem heutigen Titelthema kritisch gegen die veröffentlichten Ergebnisse des jüngsten Bankenstresstests der Europäischen Union unter Federführung des Ausschusses der europäischen Bankenaufseher (CEBS). Gerade an der Kommunikation potenzieller Risiken im Bereich der Staatsanleihen entzündet sich die Kritik. Einige Großbanken hätten diese Risikoexpositionen klar zu niedrig ausgewiesen, in dem sie Anleihen nicht gemeldet hätten, die sie im Handelsbuch oder in Tochtergesellschaften hielten. Nach Aussagen von Vertretern der Finanzbranche seien die Individualexpositionen gegenüber einzelnen Ländern der Euro-Zone um mehrere Milliarden Euro quasi „heruntergerechnet“ worden. „Ganz offensichtlich erscheinen die Versuche von Politik und Aufsehern, mit den Tests das Vertrauen in den Bankensektor wieder aufzubauen, als gescheitert“, daher das kritische Fazit von Jacques Cailloux, Chief European Economist bei der Royal Bank of Scotland. Im Beitrag werden explizit die britische Großbank Barclays und die französische Credit Agricole als Beispiele für die Diskrepanzen angeführt. Auch die Financial Times Deutschland (online) greift den Bericht des WSJE aktuell auf und erkennt: „Stresstestmängel zermürben Investoren“. Die Marktakteure würden derzeit mit Nervosität auf die Meldungen reagieren.

 


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