Auf dem Weg zu Basel III: Basel II-Implementierung als Prüfstein für die USA

13. September 2010 | Von | Kategorie: Basel III

usbaselIm Zuge des gefundenen Konsens zu Basel III werden nun mahnende Stimmen laut, dass auch die USA die Regularien vollumfänglich umsetzen müssen. Hintergrund ist das nicht implementierte Vorgängerregelwerk Basel II.
„Basel III muss zeitgleich auf beiden Seiten des Atlantiks implementiert werden“, betonte Bundesbank-Chef Axel Weber. Es dürfe nicht passieren, dass Europa die strengeren Regeln einführe und die USA nicht. Die Financial Times Deutschland sieht bei diesem Thema nun auch zunehmenden Druck auf die USA. Bis gestern mussten nach Aussage von Bundesbank-Vize Franz-Christoph Zeitler alle Länder dem Baseler Ausschuss eine schriftliche Stellungnahme vorlegen, wie weit sie mit der Umsetzung von Basel II sind oder wann sie Basel II einführen werden.“ Damit habe das Gremium nach Ansicht der FTD getestet, ob das Land die für 2011 zugesagte Einführung von Basel II auch verbindlich wiederhole. Bei seiner gestrigen Außenkommunikation hatte sich das Gremium zu dieser Unterzeichnung nicht geäußert (vgl. RMRG von heute).

Der CEO der US-Investmentbank Morgan Stanley, James P. Gorman, hat sich unterdessen schon für die globale Einhaltung von Basel III ausgesprochen. Auf der Handelsblatt-Konferenz „Banken im Umbruch“ merkte Gorman an: „Wenn es eine Hintertür geben sollte, dann weiß ich davon nichts, und ich würde sie sicherlich nicht nutzen“, formulierte der Banker in Richtung sorgenvoller Stimmen, wonach die USA bei Basel III nicht mitziehen könnten. Zum Thema „Too-big-to-fail” nahm der Gorman die für Großbanken typische Haltung ein, erkennt Dow Jones Newswires. „Nicht die Größe einer Bank sei gefährlich, sondern falsches Management“, so der Morgan Stanley-CEO. Zu niedrige Kapitalisierung und ein zu riskantes Geschäftsmodell würden die tatsächlichen Gefahren darstellen.

 


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2 Kommentare
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  1. [...] Verband dringt insbesondere auf eine international einheitliche Implementierung der Regeln (vgl. RMRG vom 13.9.). „Das ist ein rundes, gutes Paket, das wir unterstützen“, so die fast schon lobende Aussage [...]

  2. [...] Die Niederlage für die US-Demokraten unter Präsident Barack Obama bei den Kongresswahlen nährt die Befürchtungen, dass auch der dritte Baseler Eigenkapitalakkord für Banken international nicht vollständig umgesetzt wird. Im Rahmen der Diskussion um Basel III wird von den europäischen Aufsehern, Politikern und Bankenvertretern fast automatisch die Mahnung angeführt, dass die Regularien international einheitlich umgesetzt werden müssen. Ein Hinweis der in erster Linie auf die USA abzielt. Grund: Die US-Regulatoren hatten zwar den Prozess für das geltende Vorgängerregelwerk Basel II initiiert und forciert, die Implementierung im eigenen Bankensektor jedoch nur unvollständig durchgesetzt. Im Prozess hin zum dritten Baseler Akkord wurde seitens der US-Administration eine zeitgleiche Umsetzung zwar mehrfach zugesichert – parallel mit dem Versprechen einer kompletten Umsetzung von Basel II für 2011 – jedoch lassen die nach den gestrigen Kongresswahlen neu geordneten Mehrheitsverhältnisse neuerliche Zweifel aufkommen (vgl. RMRG vom 13.9.). [...]