„Swiss Finish“ von Basel III schon in der Diskussion

15. September 2010 | Von | Kategorie: Basel III

swissfinishDie Großbanken Credit Suisse und UBS müssen sich auf eine „regulatorische Zugabe“ auf die neuen Eigenkapitalregeln einstellen.
Wie Schweizer Medien, die Börsen-Zeitung und auch die „Stuttgarter Zeitung“ unisono berichten, ist in dem Alpenland infolge der Basel III-Finalisierung eine neuerliche Diskussion über ein weiteres sogenanntes „Swiss Finish“ der Regeln in Gang gesetzt worden. „Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) und die Schweizerische Nationalbank (SNB) lassen keinen Zweifel daran, dass aus ihrer Sicht das neue Regelwerk für die Großbanken nicht ausreicht und in den eidgenössischen Eigenkapitalvorschriften noch draufgesattelt werden muss“, konstatiert die „Stuttgarter Zeitung“. Das „Swiss Finish“ auf die Basel-Kernkapitalquote könnte zwei bis drei Prozentpunkte ausmachen, so nun die Schätzung des Helvea-Analysten Peter Thorne. Das von der Finma seit Dezember 2008 verordnete „Swiss Finish“ zum zweiten Baseler Eigenkapitalakkord sieht bereits einen Aufschlag von 100 Prozent zu den noch gültigen internationalen Eigenkapitalvorgaben von acht Prozent vor.

Mit Blick auf die erwartete Vorlage einer von der Schweizer Regierung eingesetzten Expertenkommission, die vorgeben soll, mit welchen Maßnahmen die von den beiden Großbanken UBS und Credit Suisse (CS) ausgehenden „volkswirtschaftlichen Risiken“ zu adressieren, hält die Börsen-Zeitung ein „schmerzhaftes“ „Swiss Finish“ für möglich. So erklärte Philipp Hildebrand, Präsident des Direktoriums der SNB, nach den Basel III-Beschlüssen: Ohne der Kommission vorgreifen zu wollen, gehe er davon aus, dass systemrelevante Banken „zusätzliche Kapazitäten haben müssen, um Verluste zu absorbieren“. Hildebrand bezeichnete den Basel III-Konsens als eine gute Grundlage, auf der eine umfassende nationale Regulierungsantwort auf das Problem der großen Banken aufbauen könne. Der stellvertretende Präsident der Finma, Daniel Zuberbühler, betonte, dass es weitere nationale und internationale Anstrengungen in diese Richtung geben müsse (weitere Quelle: FAZ).

 


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2 Kommentare
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  1. [...] Nach Bericht der Financial Times könnten den britischen Banken höhere Eigenkapitalanforderungen auferlegt werden. Diese könnten über die Festlegungen von Basel III hinausgehen. Hintergrund sind entsprechende Aussagen des Chefs der britischen Finanzaufsichtsbehörde FSA, Adair Turner, gegenüber der Zeitung. Dieser äußerte sich auch dahingehend, dass das Land eigene Liquiditätsregeln für FInanzinstitute festsetzen wolle. „Wir wollen uns die Freiheit erhalten, über die absoluten Minimum-Vorschriften hinauszugehen, vor allem was Banken angeht, die für die Stabilität des Finanzsystems relevant sind“, wird Turner zitiert. Prinzipiell begrüßt der Aufseher das neue Basel III-Regelwerk als „einen großen Schritt vorwärts“ – einschränkend merkt er jedoch an: „If you were starting absolutely anew, you might want higher capital requirements for banks, but we have to start where we are.“ Die FT merkt dazu an, dass die USA, die Schweiz und Großbritannien im Baseler Ausschuss auf klar höhere Kapitalanforderungen gedrängt hätten, jedoch im Zuge der Kompromissfindung zurückgesteckt hätten. Die Schweiz hat ein so genanntes „Swiss Finish“ zu den gültigen Eigenkapitalregeln bereits Ende 2008 eingeführt und diskutiert schon weitere, zusätzliche Verregelungen der Großbanken (vgl. RMRG vom 15.9.) [...]

  2. [...] damit auch den Weg für einen internationalen Durchbruch der Zwangswandelanleihen ebnen (vgl. RMRG vom 15.9.). Tags: Basel III, Basel IV, CoCos, Credit Suisse, Finanzmarktregulierung, UBS, [...]