Außenkommunikation der Banken zu Basel III verdichtet sich

17. September 2010 | Von | Kategorie: Top News

papers_fnpBereits Ende August hatten wir berichtet, dass das Thema Basel III mittlerweile zum Standardrepertoire der Außenkommunikation von Banken gehört (vgl. RMRG vom 31.8.).
Die jüngste Basel III-Finalisierung durch den Baseler Ausschusses forciert diesen Trend. Mehr und mehr Banken sehen sich veranlasst, die Auswirkungen der Regularien auf das eigene Geschäft öffentlich zu prognostizieren. So äußerte sich Michael Reuther, der im Vorstand der Commerzbank das Segment Corporates & Markets verantwortet, auf einer Investorenkonferenz gelassen zu den Effekten von Basel III auf die Kapitalisierung seines Instituts bis 2012. Man halte an den bis dahin gestellten Prognosen fest – ebenso wie an der Gewinnankündigung für das laufende Jahr. Die Tier-1-Quote der Commerzbank sei weiterhin deutlich über der Zielspanne von 7% bis 9%, gibt „Dow Jones Newswires“ Reuthers Aussagen wieder. Die Schweizer Großbank Credit Suisse gibt sich gar „doppelt“ gelassen: Nachdem bereits zu Anfang dieser Woche Credit Suisse-Chef Brady Dougan die gute Vorbereitung seines Instituts auf das Regelwerk unterstrichen hatte, zeigte sich auch Walter Berchtold, Konzernleitungsmitglied und Chef des Private Banking der Credit Suisse, entspannt und betonte, dass man durch Basel III keine Konsequenzen für das integrierte Geschäftsmodell des Konzerns erwartet. Die Bank habe rasch auf die Krise reagiert, ihre Bilanz um ein Drittel verkleinert und frisches Kapital beschafft, fasst die Börsen-Zeitung die Aussagen zusammen.

Unterdessen lässt auch der Chef der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, keine Unruhe mit Hinblick auf die Basel III-Effekte erkennen – obwohl die HSH Nordbank in Medienberichten als Verlierer des neuen Regelwerks bezeichnet wird. „Die Übergangsfristen geben uns genügend Zeit“, so Nonnenmacher. Durch Basel III ergäben sich auch keine neuen Dringlichkeiten bei der Behandlung stiller Einlagen. Die Bank verfüge über stille Einlagen von rund 2,5 Mrd. Euro. Eine Tranche von 500 Mio. Euro soll bis zum Jahresende in Aktienkapital gewandelt werden. Selbst regionale Institute melden sich mit ihren Auswirkungseinschätzungen zu Wort – auch hier gibt man sich betont entspannt. So sieht zum Beispiel Helmut Wilms, Direktor der Stadtsparkasse Mönchengladbach, in den Regularien keine Relevanz für sein Institut. „Wir liegen mit einer Eigenkapitalquote von 18 Prozent weit über der geforderten Quote.“ Ähnlich äußert sich auch Lothar Erbers, Vorstand der Volksbank Mönchengladbach. Das Institut habe frühzeitig an eine Erhöhung der Eigenkapitalquote gedacht, gibt die „Rheinische Post“ die Aussagen wieder.

Die Bank Austria tritt in ihrer Kommunikationsstrategie Befürchtungen entgegen, dass im Zuge von Basel III mit einer Verteuerung von Krediten zu rechnen ist. „Die Presse“ meldet, dass Bank Austria-Firmenkundenvorstand Helmut Bernkopf die Kunden beruhigen wolle. Bernkopf teilte mit, sein Institut werde das Kreditvolumen nicht einschränken. Er gehe auch nicht davon aus, dass wegen der Eigenkapitalvorschriften „morgen alles teurer“ werde. Als Begründung nennt er den „kompetitiven“ Markt im Kreditsektor. Die Investmentbank JP Morgan hatte sich zu diesem Thema mit einer gegenteiligen Einschätzung zu Wort gemeldet. Das Institut hatte gewarnt, dass die Basel III-Regeln zu höheren Kreditkosten für Kunden führen werden. Das genaue Ausmaß der Verteuerung werde vom Kreditnehmer und der Kreditart abhängen, betonte Bankchef Jamie Dimon. Es sei möglich, dass manche Unternehmen künftig Kreditgeber außerhalb des Bankensektors suchten (weitere Quellen: Financial Times Deutschland, Reuters).

 


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