Kritik an Basel III-Kommunikation des BdB

22. September 2010 | Von | Kategorie: Basel III

baselkommDer Bundesverband deutscher Banken (BdB) steht aufgrund interner Umstimmigkeiten seit längerem im kritischen Medienfokus – nun wird auch dessen Kommunikation zur Bankenregulierung negativ kommentiert.
Vor dem Hintergrund der jüngsten Warnungen des BdB vor möglichen Negativeffekten infolge anvisierter Regulierungsmaßnahmen – z.B. der deutschen Bankenabgabe, der Reform der EU-Einlagensicherung und einer Finanzmarktsteuer – beleuchtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Kommunikation des Bankenverbandes zum Thema Basel III kritisch. Im Vorfeld der Basel III-Finalisierung habe der BdB gewarnt, dass die zehn größten deutschen Institute zusätzliches Kapital von 105 Mrd. Euro benötigen würden (vgl. RMRG vom 7.9.). „Diese Zahl würden wir so nicht mehr bekannt geben“, hatte schon BdB-Chefvolkswirt Bernd Brabänder vergangene Woche erklärt. Auch der scheidende Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Manfred Weber, sieht diese Prognose nicht mehr. Die alte Schätzung habe auf hypothetischen Annahmen beruht, so seine Begründung. „Gleichwohl gab er keine neue Prognose ab“, notiert die FAZ. In einem Kommentar heißt es dazu kritisch: „Da stellt sich dann doch die Frage, warum der Bankenverband auf Basis ‚hypothetischer Annahmen’ leichter Prognosen treffen kann als auf Basis der nun vorliegenden Beschlüsse.“ Und weiter: „Schreckensszenarien mögen zum Handwerk eines Lobbyisten gehören. Um nun aber eine verlässlichere Schätzung zu den Folgen von Basel III abzugeben, hatte der Bankenverband genügend Zeit.“

Indes sieht die Bundesbank die hiesigen Finanzinstitute gut für die neuen Regeln gerüstet und prognostiziert: „Die deutschen Institute werden das zusätzlich notwendige Kapital zur Erfüllung der Eigenkapitalquoten über einbehaltene Gewinne und gegebenenfalls Kapitalaufnahme aufbringen können, ohne dass es zu einem Verschuldungsabbau zulasten der Realwirtschaft kommt.“ Die Banken müssten sich wegen Basel III und der geplanten Bankenabgabe aber im Vergleich zu vor der Finanzkrise zunächst auf niedrigere Ertragsaussichten einstellen, so die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Auch das Geschäft mit Wertpapieren werde wegen der erhöhten Unsicherheiten an den Finanzmärkten voraussichtlich weniger rentabel (weitere Quellen: Handelsblatt, Reuters, PM).

 


Tags: , , , , , ,

Keine Kommentare möglich.