Bundesbank-Vize zeichnet Finalisierung der Basel III-Liquiditätsregeln vor

26. Oktober 2010 | Von | Kategorie: Basel III

liquidbaselFranz-Christoph Zeitler, Vizepräsident der Bundesbank, äußerte sich am Freitag zu den Details der Liquiditätsvorgaben von Basel III und verdeutlichte dabei, dass ein Großteil der deutschen Positionen offenbar durchgesetzt werden könne.
Zeitler zufolge sehen die Beschlüsse vor, dass private Wertpapiere wie Pfandbriefe und Unternehmensanleihen als liquide Aktiva anerkannt werden. „Sie dürfen als Teil des Deckungsstocks für die kurzfristige Liquiditätsquote (LCR Liquidity Coverage Ratio) bis zu 40% ausmachen“, fasst die Börsen-Zeitung die Aussagen zusammen. „Dieser Punkt ist für die Bundesbank von hoher ordnungspolitischer Bedeutung, da unangemessene Anreize im Aufsichtsrecht für eine Begünstigung öffentlicher Schuldverschreibungen unterbleiben sollen“, so Zeitler. Diese privaten Titel werden jedoch einem pauschalen Abschlag von 15 % des Marktwerts unterliegen und müssen außerdem noch weiteren Qualitätskriterien genügen, „wie einem Mindestrating, einer eingegrenzten Preisvolatilität und einer ausreichenden Markttiefe“. Dabei gebe es noch Handlungsspielräume, so Zeitler.

Bei der LCR in den Basel III-Liquiditätsvorgaben konnte nach Aussage Zeitlers auch eine besondere Berücksichtigung von Privatkundeneinlagen durchgesetzt werden. Die Financial Times Deutschland sieht daher auch die hiesigen Sparkassen und Genossenschaftsbanken bei den Regelungen bevorteilt (Titel: „Punktsieg für Banken mit vielen Kunden“). „Retaileinlagen haben sich in der Krise als besondere Finanzierungsquelle erwiesen“, erklärte Zeitler am späten Freitag zur Begründung. Die Financial Times Deutschland erklärt dazu: „Dies bedeutet, dass zum Beispiel eine Bank mit 100 Mio. Euro Kundeneinlagen als Puffer für einen möglichen Sturm auf ihre Schalter ständig verfügbare liquide Mittel in Höhe von 5 Mio. bis 10 Mio. Euro vorhalten müsste.“ Zudem deutete der Bundesbank-Vize auf Erleichterungen für Einlagen von Finanzinstituten, die für bestimmte operative Zwecke wie Zahlungs- und Verrechnungsaktivitäten gehalten werden. Dabei werde in Stressfällen eine Abrufquote von 25 Prozent zugrunde gelegt, die auch für Finanzverbünde mit institutsbezogenen Sicherungssystemen gilt. Das Blatt sieht auch hier Geno-Banken und Sparkassen gegenüber anderen Instituten bevorteilt.

Entgegen der von Zeitler verkündeten positiven Meldungen für die hiesigen Banken, merken FTD und Börsen-Zeitung jedoch unisono an, dass die Liquiditätsregeln noch nicht in allen Details beschlossen seien (vgl. RMRG vom 21.10.). Welche Papiere sich für die Liquiditätsreserve qualifizieren, werde erst bis Jahresende anhand von Kriterien wie Handelsvolumina oder Preisschwankungen ermittelt, notiert die FTD.

 


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