Bundesbank drängt Finanzinstitute zur Vorbereitung auf Basel III

5. November 2010 | Von | Kategorie: Top News

papers_crossDie Bundesbank versucht mit warnenden Aussagen, die deutschen Banken zum Um- und Aufbau des Eigenkapitals für das Regelwerk Basel III anzuhalten.
Die Zentralbank hat am Mittwoch vor den Belastungen für Geldinstitute gewarnt, die sich aus den neuen Basel III-Vorschriften ergeben. „Die Auswirkungen auf die Kreditwirtschaft sind massiv“, sagte der Zentralbereichsleiter Bankenaufsicht bei der Bundesbank, Erich Loeper, auf einer Konferenz in Mainz. Hintergrund ist die vorläufige Auswertung der vom Baseler Ausschuss initiierten Auswirkungsstudie, zu der im Frühjahr die Banken befragt wurden. „Bundesbank warnt deutsche Kreditbranche“, erkennt etwa die Süddeutsche Zeitung. Vor allem das Kernkapital von Großbanken werde sich durch Basel III verringern. Die schon 2011 in Kraft tretenden schärferen Vorschriften für die Eigenkapitalunterlegung von Handelsbuchrisiken würden den Bedarf der Banken an Eigenmitteln um weitere 15 Prozent erhöhen, sagte Loeper laut FAZ. Das Handelsblatt konstatiert daher: „Basel III trifft große Banken härter als kleine“. Derzeit weisen die meisten Banken solide Kapitalquoten aus. Von diesen dürfe man aber nicht ausgehen, so Loeper. Denn künftig würden sehr viel mehr Positionen als bisher vom harten Kernkapital einer Bank abgezogen. Zudem wird das, was als Kernkapital gilt, strikter definiert. Beides führe „zu einer massiven Verringerung der Kapitalbasis.“

Indes betonte Elemer Tertak, Direktor für Finanzinstitute bei der Europäischen Kommission, auf der Konferenz zur Bankenaufsicht in Mainz, dass die europäischen Banken die höheren Mindestgrenzen von Basel III im Durchschnitt schon erfüllen würden. Loeper verwies trotz seiner Warnungen jedoch auch auf die langen Übergangszeiten zur Implementierung von Basel III. Die Gefahr einer Kreditklemme bestehe daher für deutsche Unternehmen nicht.

Bundesbank-Direktor Loeper pries zudem das „Verhandlungsgeschick“ der deutschen Vertreter im Baseler Ausschuss. Für Genossenschaftsbanken und nicht als Aktiengesellschaft firmierende Sparkassen und Landesbanken habe man in den Verhandlungen Erleichterungen durchgesetzt. „Stille Einlagen gelten für sie weiter als hartes Kernkapital, wenn sie einen Kriterienkatalog erfüllen, auch Genossenschaftsanteile werden weiter anerkannt“, fasst die Nachrichtenagentur „Reuters“ die Aussagen zusammen. Bei der neu eingeführten Messgröße für die Liquidität würden zudem Einlagen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken bei ihren Zentralinstituten bevorzugt, „weil sie in der Regel auch in einer Krise nicht abgezogen werden“.

 


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