Kritik an neuer EU-Regulierung für Hedgefonds

15. November 2010 | Von | Kategorie: Regulierung

papers3Die EU reguliert den Markt von Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften – und stößt mit den dafür verabschiedeten Regeln auf Kritik.
„Das EU-Parlament hat nach den eineinhalb Jahre andauernden Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten die Aufsichtsregeln für Manager alternativer Investmentfonds AIFM verabschiedet“, meldet die Financial Times Deutschland. Das Blatt fasst die Richtlinien wie folgt zusammen: „Nach der Umsetzung in nationales Recht müssen sich Fondsmanager ab 2013 registrieren, Mindestkapital vorhalten, Vergütungsregeln beachten und Aufsehern Einblick in ihre Geschäfte geben.“ Peter De Proft, Chef des Fondsverbands Efama, betont, die Regeln würden viel Arbeit machen, aber er begrüße, dass nun Klarheit herrscht. Die FTD kommentiert: „Nach dem Votum am Donnerstag fügte sich die Investmentbranche zähneknirschend dem Ergebnis.“

Indes hat DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki die neuen Richtlinien für mit deutlichen Worten kritisiert: „Diese Richtlinie dokumentiert die fehlende Bereitschaft der Kommission und vor allem des Rates, Hedgefonds und Heuschrecken grundlegend so zu regulieren, dass künftig keine systemischen Risiken von den so genannten ‚Alternativen Investmentfonds’ ausgehen.“ Unter anderem verweist Matecki auf Mängel bei den Eigenkapitalanforderungen. Laut dem Gewerkschafter „ist die Höhe des Eigenkapitals von 125.000 Euro bzw. 0,02 Prozent bei verwaltetem Vermögen in Höhe von über 250 Mio. Euro nicht zufriedenstellend“. Gemessen an Eigenkapitalvorschriften von Basel III würden die Alternativen Investmentfonds damit im Vergleich zu anderen Finanzmarktakteuren „ein lukratives Privileg“ genießen. Zudem fehle in den EU-Regularien eine Verschuldungsgrenze für die für Hedge- und Private Equity-Fonds – ähnlich der in Basel III für Banken verankerten Leverage Ratio. „Es wird lediglich als notwendig angesehen, dass die nationalen Aufsichtsbehörden den Kredithebel in Einzelfällen begrenzen dürfen, wenn die Stabilität des Finanzsektors bedroht ist“, führt Matecki aus.

 


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