Neues Baseler Regelwerk nimmt Gestalt an / Pläne für zentrales CDS-Clearing

19. Januar 2009 | Von | Kategorie: Top News

papers3Am vergangenen Wochenende hat sich der Nebel, der den Blick auf mögliche Änderungen am Basel II-Eigenkapitalregelwerk für Banken bislang verstellte, nun teilweise gelichtet. Bereits am Freitag Abend veröffentlichte der Baseler Ausschuss drei Konsultationspapiere zum Umbau von Basel II. Derweil gibt es seitens der EU Anzeichen, wonach man die Modifikation der Eigenkapitalregeln nutzen will, um ein zentrales Clearing für Credit Default Swaps zu installieren. Die FAZ Sonntagszeitung bringt außerdem den Vorschlag des Sachverständigenrats der Bundesregierung zur Einführung einer Leverage Ratio als Ergänzung zu Basel II wieder auf die Agenda. Wir fassen die aktuellen Entwicklungen detailliert zusammen:

Nach Ansicht der Börsen-Zeitung stehen bei den langerwarteten Änderungsentwürfen des Baseler Ausschuss zum Basel II-Regelwerk die komplexen Finanzinstrumente im Fokus. So sollen Kapitalanforderungen im Zusammenhang mit forderungsunterlegten Wertpapieren angehoben werden. An diesem Punkt sollen Banken künftig neue Risikokategorien bilden – etwa für die Gefahr von Verlusten bei Erliegen des Handels. In einer ersten kurzen Analyse merkt das Blatt an, dass das Regelwerk mit diesen vorgeschlagenen Modifikationen deutlich „tiefer in die Handelsaktivitäten der Banken“ eingreift. Die Basel II-Änderungen sind in folgende drei Konsultationsvorlagen unterteilt:

- Revisions to the Basel II market risk framework (Marktrisiken)
- Guidelines for computing capital for incremental risk in the trading book (Handelsbuchrisiken)
- Proposed enhancements to the Basel II framework (Grundzüge von Basel II)

In letztgenanntem Teil werden insbesondere die Änderungen an den Säulen 1 bis 3 genauer diskutiert. Dieses Konsultationspapier und die Vorlage zu den Marktrisiken sind bis zum 17. April 2009 zur Kommentierung offen. Der Vorschlag zum Umgang mit Handelsbuchrisiken kann dagegen nur bis zum 13. März 2009 kommentiert werden.

Die Financial Times Deutschland zitiert in ihrer heutigen Ausgabe einen Sprecher von Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy, wonach in Kürze mit einem Regulierungsvorschlag seitens der EU-Kommission zu rechnen sei, der darauf abzielt, per Gesetz ein europäisches Abwicklungshaus für Kreditausfallderivate zu etablieren. Auch ein aktueller Antrag aus dem EU-Parlament mache deutlich, dass Brüssel an diesem Punkt tätig werden will. Die EU könnte die Eigenkapitalregeln für Banken nutzen, um ein zentrales Clearing für Credit Default Swaps (CDS) voranzutreiben, gibt das Blatt Aussagen von Pervenche Berès, Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, wieder.

 


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