Ist Basel III nur eine „Thesaurierungs-Story“?

17. November 2010 | Von | Kategorie: Top News

papers1Zum Auftakt der „Euro Finance Week“ stand das Thema Finanzmarktregulierung klar im Vordergrund.
So äußerten sich verschiedene hochrangige Branchenvertreter zu den Effekten schärferer Eigenkapital- und Liquiditätsvorgaben für die Finanzinstitute. So warnte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann zum wiederholten Male vor unerwünschten Auswirkungen der Regularien. „Es ist klar, wenn man Basel 2.5 und Basel III umsetzt und optimieren will, dann bekommt man ein Geschäftsmodell, das vielleicht nicht ganz dem in der Realwirtschaft Erforderlichen entspricht“, so seine verklausulierte Warnung vor Kreditengpässen. „Man müsse vorsichtig sein, dass man nicht über die Kapitalvorgaben ein Geschäftsmodell als optimal erzwinge“, fasst die Börsen-Zeitung die Aussagen zusammen. Auch Wolfgang Kirsch, Chef der DZ Bank, plädierte dafür, „vernünftige Geschäftsmodelle“ nicht durch Regulierung zu beeinträchtigen. Basel III sei am Ende eine „Thesaurierungs-Story“, wird Kirsch von der Zeitung wiedergegeben. Banken würden aber auch ihre Bilanzen schrumpfen um die Vorgaben zu erfüllen. Commerzbank-Chef Martin Blessing bezeichnete Basel III als Herausforderung – jedoch eine, die zu bewältigen sei. Er forderte jedoch, dass bei der Ausgestaltung und Umsetzung von Basel III und den Eigenkapitalregeln für die Assekuranz, Solvency II, ein koordiniertes Vorgehen gewährleistet sein müsse. Es gelte mögliche Wettbewerbsverzerrungen zwischen Banken und Versicherern zu vermeiden – gerade im Hinblick auf die Feinkalibrierung der Liquiditätsvorgaben.

Indes forderte Bundesbank-Präsident Axel Weber die Banken im Rahmen der „Euro Finance Week“ auf, zeitnah ihre Kapitaldecke zu stärken – gerade im Hinblick auf Basel III. Obwohl der Baseler Ausschuss hier großzügige Übergangsfristen vorsehe, sei es nicht sinnvoll, so lange zu warten. Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen äußerte sich dazu gegenteilig: „Wir werden darauf achten, dass die vereinbarten mehrjährigen Übergangsfristen tatsächlich ausgeschöpft werden.“ (weitere Quellen: Handelsblatt, Financial Times Deutschland, Wall Street Journal Europe).

 


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