Basel III in Lateinamerika: Warnender Rückblick auf „Tequila-Krise“

29. November 2010 | Von | Kategorie: Basel III

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) appelliert an die Banken in Lateinamerika und der Karibik, die Basel III-Regeln zu implementieren und von den „großen Vorteilen“ zu profitieren. Obwohl die dortigen Banken von der Finanzkrise weitgehend unberührt geblieben sind, verdeutlichte BIZ-Chef Jaime Caruana auf einem Treffen der „Association of Supervisors of Banks of the Americas“ (ASBA), dass die Institute durch die Regularien besser auf mögliche Schocks vorbereitet seien. Als Beispiel verwies er auf die so genannte „Tequila-Krise“ der Jahre 1994/1995 in Mexiko. Caruana betonte laut Bericht von „GFS News“: „In einem dynamischen, sich ständig wandelnden globalen Wirtschaftssystem wird es neuerliche Krisen geben – und es wird schwer werden, diese rechtzeitig vorherzusagen.“

Die von Caruana angesprochene „Tequila-Krise“ hatte ihren Ursprung in einer Krise der mexikanischen Währung Peso im Dezember 1994. Die Regierung Mexikos konnte den fixierten Peso-Kurs gegenüber dem US-Dollar nicht aufrecht erhalten. Der dadurch verursachte Vertrauensschwund mündete in einem Abzug ausländischen Kapitals aus Mexiko – was wiederum die mexikanische Wirtschaft hart traf. „Die mexikanischen Banken hatten sich vorwiegend auf den liberalisierten Märkten in den USA verschuldet. Die Entwertung des Pesos löste einen drastischen Anstieg der Kreditkosten aus. Viele mexikanische Banken standen vor dem Bankrott und wurden schließlich überwiegend von ausländischen Banken übernommen“, so die rückblickende Analyse der Credit Suisse.

 


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  1. [...] von ausländischen Banken übernommen“, so die rückblickende Analyse von Experten (vgl. RMRG vom 29.11.2010). Zu den großen Instituten des Landes gehören die BBVA-Tochter Bancomer, die Citigroup-Tochter [...]