Wikileaks bringt neuen obersten UK-Bankenaufseher in Bedrängnis

1. Dezember 2010 | Von | Kategorie: Top News

it_swDas Stichwort Wikileaks sorgt nun auch in der Finanzbranche für Unruhe.
Die Veröffentlichung von Depeschen der US-Botschaften durch das Enthüllungsportal Wikileaks bringt auch den Chef der Bank of England (BoE), Mervyn King, in Bedrängnis, berichtet die Tageszeitung „The Guardian“. Hintergrund sind Gespräche von King mit dem US-Botschafter in London, in denen sich der Notenbanker abfällig über die haushaltspolitische Kompetenz der britischen Konservativen unter David Cameron geäußert hatte – eine Einschätzung die sich mittlerweile als falsch erwiesen habe. „Above all, the governor is expected to be apolitical and to stick to monetary policy, not interfere in treasury fiscal questions“, merkt das Blatt kritisch an. Der „Guardian“ nimmt die „neuerliche, fehlerhafte“ Analyse Kings zum Anlass, auch dessen Reformanstrengungen in Bezug auf das britische Bankensystem in Zweifel zu ziehen. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Bankenaufsicht in Kürze gänzlich in den Händen der BoE liegen wird. „Expect no great pressure for change. Last month he said reforming the bank system ‚could take decades’. Neither the puny 2.5% levy nor the Basel III rules will prevent another crisis. Is he the man to make banks build reserves and force them to lend to kick-start the economy?“, wird kritisch gefragt.

Presseberichten zufolge geht mittlerweile auch unter US-Finanzinstituten die Angst um, durch weitere Veröffentlichungen von Wikileaks bloßgestellt zu werden. „Wikileaks-Gründer Julian Assange hat für Anfang nächsten Jahres die Veröffentlichung von Zehntausenden von brisanten Dokumenten über eine US-Bank angekündigt“, berichtet das Handelsblatt aktuell. In einer kurzen Analyse sieht die Zeitung auch deutsche Banken als potenzielle Opfer von Datenabflüssen. „Wikileaks ist ein Alptraum, der auch für deutsche Banken wahr werden könnte. Kaum ein Institut sei ausreichend vor internen Datenabflüssen geschützt [...]“, heißt es im Beitrag.

 


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