Finale Basel III-Publikation zum Jahresende ist kein Schlusspunkt

6. Dezember 2010 | Von | Kategorie: Top News

liquidbaselAuf seiner Sitzung in der vergangenen Woche hat der Baseler Ausschuss weitere Details zum Basel III-Regelwerk definiert.
„Regulatoren geben Basel III den letzten Schliff“, konstatiert die Börsen-Zeitung und verweist auf die Verlautbarungen des Gremiums, wonach das Regelwerk nun zum Jahresende in seiner finalen Version publiziert werden könne. Parallel soll dann auch eine Zusammenfassung der Ergebnisse einer umfangreichen Auswirkungsstudie zu Basel III veröffentlicht werden. Die Aufseher haben beschlossen, dass die Inhaber von Vorzugspapieren, stillen Einlagen oder Nachranganleihen einer Bank ihre Einlagen künftig verlieren sollen, wenn das Institut zusammenbricht. Dagegen wird über die Fragestellung, ob Hybridkapitalinstrumente in Eigenkapital umgewandelt werden können, wenn eine Bank ins Wanken gerät, noch debattiert (Stichwort: Contingent Covertibles – CoCos). Entscheidungen zu diesen Zwangswandelanleihen seien erst Mitte nächsten Jahres zu erwarten. „Die Umwandlung ist die Voraussetzung dafür, dass das Hybridkapital künftig noch als Kernkapital zählt“, erklärt die Nachrichtenagentur Reuters.

Unterdessen hat sich Bundesbank-Präsident und EZB-Ratsmitglied Axel Weber skeptisch zum Instrument der Zwangswandelanleihen geäußert. So seien die Preise für die Emission von CoCos der Banken nur schwer zu ermitteln, merkte Weber Ende vergangener Woche an. Wenn sie am Markt keine Resonanz fänden, plädiere er für einen Aufschlag auf das harte Kernkapital systemrelevanter Banken, sagte Weber weiter. „Das ist sicherlich der leichtere Weg”, so der Bundesbank-Chef laut Financial Times Deutschland.

Trotz der anhaltenden Diskussion unter den Aufsehern konnte das Baseler Gremium nach eigener Einschätzung einen weiteren Schritt in Richtung der Definition systemrelevanter Banken gehen. Noch in diesem Jahr will Basel einen Kriterienkatalog zur Definition dieser Institute an das Financial Stability Board (FSB) weiterleiten. Nach Ansicht der Nachrichtenagentur Reuters dürften „etwa 20 bis 30“ Banken weltweit dazu gehören. Ob die neuen Liquiditätsregeln unter Basel III, die zwischen 2015 und 2018 eingeführt werden, wirklich praxistauglich sind, soll laut der Regulatoren vorher noch einmal mit einer Auswirkungsstudie überprüft werden. Zur weiteren Agenda, die von den Aufsehern festgelegt wurde, notiert die Börsen-Zeitung: „Gleichzeitig wird an Übergangs- und Bestandsschutzregeln bezüglich der künftigen regulatorischen Anerkennung nachrangiger Kapitalinstrumente gearbeitet. Außerdem wird Basel bis Jahresende ein Konsultationspapier zur Kapitalunterlegung des Exposure der Banken gegenüber Zentralen Gegenparteien vorlegen.

 


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2 Kommentare
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  1. [...] So seien die Preise für die Emission von CoCos der Banken nur schwer zu ermitteln, so Weber (vgl. RMRG vom 6.12.). Dennoch sieht S&P in den nächsten Jahren ein potenzielles Marktvolumen von mehr als 750 [...]

  2. [...] Gremium zudem die detaillierten Ergebnisse der Auswirkungsstudie zu Basel III veröffentlicht (vgl. RMRG vom 6.12.). Diese beziehen sich auf die Bilanzierung der Banken zum Ende des Jahres 2009. Wie die [...]