Basel verteuert Derivategeschäfte

30. Juli 2012 | Von | Kategorie: Top News

ccpNeue regulatorische Vorgaben werden das Derivategeschäft der Banken voraussichtlich verteuern.
Der federführende Baseler Ausschuss hat am vergangenen Mittwoch Interimsvorgaben für die Eigenkapitalvorhaltung von Banken bei Geschäften mit zentralen Gegenparteien (Central Counterparties – CCP) veröffentlicht. Die „Börsen-Zeitung“ erklärt zu den Festlegungen: „Künftig müssen Banken Positionen gegenüber zentralen Kontrahenten demnach mit einem Risikogewicht von 2 % berücksichtigen. Davon betroffen sind unter anderem außerbörsliche (Over-the-Counter-, OTC-) und börsliche Derivategeschäfte.“ Von den Regeln erfasst werden Banken, die direkt Mitglieder einer zentralen Gegenpartei sind und jene Institute, die dort über einen so genannten Clearing Broker angeschlossen sind.

Im Nachlauf der Veröffentlichung äußerte sich der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands BdB, Michael Kemmer, gegenüber der Zeitung zu den Konsequenzen der Regularien für die Kosten von zentral verrechneten Swaps. Kemmer monierte: „Sie werden teurer, denn bisher mussten Banken Geschäfte, die zentral verrechnet werden, überhaupt nicht mit Kapital unterlegen. Allerdings sind die neuen Kapitalanforderungen für Geschäfte über CCP niedriger als die, die für nicht zentral verrechnete Geschäfte gelten.“ Angesprochen auf die möglichen Kosten für ebendiese, nicht zentral verrechneten Transaktionen, führt der BdB-Hauptgeschäftsführer aus: „Das lässt sich pauschal nicht sagen, weil es stark von der Art der Geschäfte und der Zusammensetzung des Gesamtportfolios abhängt. Es sind aber auf jeden Fall mehr als 2 %.“ Kemmer weiter: „Hinzu kommt, dass die Regulierer laut G 20-Beschluss von Pittsburgh die Kapitalanforderungen für nicht zentral verrechnete außerbörsliche Derivategeschäfte erhöhen wollen, um die Anreize für das zentrale Clearing zu erhöhen. Wie diese genau aussehen werden, ist zwar auf europäischer Ebene noch offen, aber zu erwarten ist, dass sich die Kapitalanforderungen für bilaterale OTC-Derivategeschäfte deutlich erhöhen werden. Der Baseler Ausschuss geht davon aus, dass mehr als ein Drittel der Gesamtsumme aller durch Basel III begründeten Erhöhungen der risikogewichteten Aktiva durch diese Regelungen entsteht.“

Die Veröffentlichung des Baseler Ausschusses ist unter folgendem Link einsehbar: http://www.bis.org/publ/bcbs227.htm

 


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