US-Firmen mit Defiziten beim Enterprise Risk Management

7. August 2012 | Von | Kategorie: Riskmanagement

tickerBei der Einführung und Anwendung eines ganzheitlichen Risikomanagements haben Firmen und Institutionen in den USA weiterhin Nachholbedarf.
Eine Umfrage der North Carolina State University unter 618, im American Institute of Certified Public Accountants (AICPA) organisierten, Führungskräften zeigt auf, dass lediglich 23,4 Prozent der Unternehmen ein vollständiges Enterprise Risk Management implementiert haben. Jedoch ist hier seit der letzten Erhebung im Jahr 2009 (Anteil von 8,8 Prozent) ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen. Bei großen Organisationen und börsennotierten Unternehmen (45-46 Prozent) ist der Anteil der ERM-Anwender deutlich höher. Die befragten Führungskräfte aus der Finanzbranche gaben an, dass sie seitens firmenexterner Akteure (z.B. Investoren) Druck verspüren, die Risikoexpositionen in Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes transparenter darzustellen. Über 85 Prozent der Befragten aus diesem Bereich beschrieben diese Forderungen Dritter.

Mark Beasley, Professor für Enterprise Risk Management an der North Carolina State University, kritisierte im Rahmen der Studienpräsentation, dass sich bei vielen Firmen und Institutionen die Pfade von Risikomanagement und Strategie zu selten kreuzten. Der Experte empfiehlt, dass Firmen die Einführung eines ERM-Ansatzes aus strategischer Sicht planen sollten. Ausgehend von der Definition der wichtigsten Assets eines Unternehmens – z.B. der umsatzträchtigsten Produkte oder Services – sollten die Risiken für ebendiese identifiziert werden.

Viele Unternehmen wählten einen grundsätzlich falschen Ansatz, in dem sie sich bei der Implementierung eines Risikomanagementansatzes zuerst auf die Risiken selbst konzentrieren würden. Oftmals würden hier von den Verantwortlichen Risikolisten für jedes einzelne Element der Unternehmung erstellt (Legal Risks, Supply-Chain Risks, Technology Risks usw.). Am Ende sei man, so Beasley, meist mit einer Aufzählung von Hunderten Risikopunkten konfrontiert, deren ganzheitliches Management unmöglich erscheint. Die Bedeutung spezifischer Risiken wird nach Ansicht des Experten erst bewusst, wenn die wichtigsten Produkte einer Firma zuvorderst betrachtet werden.

Nähere Informationen zur entsprechenden Studie können unter folgendem Kontakt erfragt werden: t.dieterich@rmrg.de

 


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